Die Zeiten, in denen ein Klassenraum aus einer großen Tafel und vielen Sitzbänken bestand, sind längst vorbei. So gehörten Overhead-Projektoren lange Zeit zur Standardausrüstung vieler Schulräume. Besonders in den letzten Jahren haben zudem viele Technologieunternehmen die Schulen in den Blick genommen und zahlreiche neue Produkte auf den Markt gebracht. Von interaktiven Tafeln bis hin zu speziellen Schul-Tablets. Eine Studie der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)“ kommt nun aber zu dem Ergebnis: Die Testergebnisse der Schüler verbessern sich durch den Einsatz der neuen Technik nicht.


Roman Herzog vor einem interaktiven Whiteboard
Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog unterschreibt auf einer interaktiven Tafel.

Ergebnisse von Vergleichstests wurden analysiert

In Deutschland am bekanntesten ist dabei der so genannte PISA-Test. Dieser findet in den meisten OECD-Mitgliedstaaten statt und untersucht die Lesekompetenz und die mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten von Fünfzehnjährigen. Anfang des Jahrtausends führte die Veröffentlichung der Ergebnisse in Deutschland zum so genannten „PISA-Schock“ – die deutschen Schüler schnitten mit am schlechtesten ab. Dieser und andere Tests werden von der OECD regelmäßig durchgeführt. Die Ergebnisse wurden nun noch einmal genauer analysiert und dabei vor allem nach Schulen mit hohem Technologieeinsatz und Schulen mit eher klassischem Ansatz sortiert. „Wenn Computer im Klassenraum genutzt werden, ist ihr Einfluss auf die Leistungen der Schüler bestenfalls gemischt“, erklärt Andreas Schleicher, Direktor für Bildung bei der OECD.

Forderung: Smartere Lernsoftware und neue Konzepte

Schlimmer noch: „Schüler, die Computer sehr häufig in der Schule nutzen, schneiden in vielen Lernbereichen deutlich schlechter ab – selbst wenn man den sozialen Hintergrund und die Demographie mit einbezieht“, so der Experte weiter. Die Studie soll nun aber nicht dazu führen, Computer aus den Klassenräumen zu verbannen und wieder zum traditionellen Frontalunterricht mit Kreidetafel zurückzukehren. Vielmehr dient die Studie als Weckruf dafür, die neue Technik didaktisch besser einzubinden und ausgefeiltere Lernsoftware zu entwickeln. „Die wirklichen Beiträge, die Computertechnik beim unterrichten und lernen haben kann, müssen noch realisiert und ausgenutzt werden“, heißt es in der OECD-Studie.


Via: Digital Journal

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