Die meisten führenden Politiker sind beseelt von der Idee ein bleibendes Vermächtnis zu hinterlassen. Selbst als US-Präsident ist die Gefahr allerdings groß, dass man – historisch betrachtet – schon recht bald wieder in Vergessenheit gerät. Das jedenfalls legen die Ergebnisse einer Studie der „Washington University“ in St. Louis nahe. Demnach sind vor allem die ersten fünf Präsidenten dauerhaft in Erinnerung geblieben, sowie logischerweise die letzten fünf bis sechs Amtsinhaber noch sehr präsent. Die große Mehrheit der Präsidenten dazwischen allerdings konnten die meisten Befragten nicht korrekt zuordnen und benennen.


US-Präsidenten
US Präsidenten via WUSTL / Sharon Derry

Dieses Ergebnis ist dabei natürlich nicht vollkommen überraschend. Interessant ist aber, dass sich dieses Muster über die Generationen hinweg immer wieder vollzieht. Die Studie wurde insgesamt viermal bei Studenten durchgeführt (1974, 1991, 2009 und 2014) und der Durchschnittspräsident war bereits innerhalb eines Menschenlebens wieder aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Die Autoren versuchen diese Systematik an einem Beispiel zu erklären, indem sie prognostizieren, dass bereits 2060 Jimmy Carter und Ronald Reagan ungefähr so bekannt sein dürften wie heute Millard Filmore –der 13. Präsident der USA.

Gründungsjahre und Bürgerkriegszeit waren prägend

Einige bemerkenswerte Ausnahmen gibt es allerdings: So sind die ersten Präsidenten überdurchschnittlich gut bekannt. Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die Gründungsgeschichte der USA im Bewusstsein der Leute noch sehr präsent ist. Ähnliches gilt für Abraham Lincoln, Andrew Johnson und Ulysses S. Grant. Diese drei werden mit dem amerikanischen Bürgerkrieg und dem Ende der Sklaverei assoziiert – ebenfalls ein immer wiederkehrendes Thema in Medien und Kultur.


John F. Kennedy scheint längerfristig bekannt zu bleiben

Von den eher aktuelleren Präsidenten scheint vor allem John F. Kennedy dauerhaften Eindruck hinterlassen zu haben. Während Harry S. Truman, Gerald Ford und Lyndon B. Johnson erwartungsgemäß immer unbekannter werden, kommt Kennedy auf konstant hohe Bekanntheitswerte. Dies dürfte nicht zuletzt mit den Umständen seiner Ermordung und der Tatsache zu tun haben, dass der Name Kennedy auch nach seinem Tod in der amerikanischen Politik präsent blieb.

Quelle: Phys

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