Bei Tieren gibt es bereits seit vielen Jahren die sogenannte Rote Liste. Diese gibt Aufschluss darüber, welche Arten vom Aussterben bedroht sind und daher besonderen Schutz benötigen. Interessanterweise gab es eine entsprechende Liste für Pflanzen bisher nicht. Zwar beschäftigten sich viele Forschungsprojekte mit dem Zustand einzelner Pflanzenarten. Einen weltweiten Überblick aber gab es bisher nicht. Geändert hat dies nun der königliche Botanische Garten in London. Die Mitarbeiter dort arbeiteten mit rund achtzig Wissenschaftlern aus aller Welt zusammen und erfassten so jede einzelne Pflanzenart. Das Ergebnis: Die Wissenschaft kennt weltweit 390.900 verschiedene Arten – wovon 21 Prozent vom Aussterben bedroht sind.


Die Landwirtschaft stellt die größte Gefahr für die Pflanzenvielfalt dar

Künftig soll diese Liste regelmäßig überarbeitet und veröffentlicht werden. Auf diese Weise soll einerseits öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt werden. Andererseits könnte der Gesamtüberblick aber auch helfen, konkrete Maßnahmen zum Schutz einzelner Arten zu unternehmen. So konnten die Forscher beispielsweise auch de Ursachen der Bedrohung und deren Häufigkeit benennen. Demnach sind die meisten Pflanzenarten durch den zunehmenden Ackerbau bedroht – als Ursachen folgen dann der kommerzielle Abbau und landraubende Bauprojekte. Die Folgen des Klimawandels und der daraus resultierenden Wetterveränderungen lassen sich hingegen noch nicht seriös bestimmen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich diese Effekte und die Auswirkungen auf die Pflanzenwelt erst in rund fünfzehn Jahren konkret nachweisen lassen.


Jährlich werden tausende neue Pflanzenarten entdeckt

Die Datensammlung hat dabei zudem einige weitere interessante Zahlen hervorgebracht. So haben 17.810 Pflanzenarten einen medizinischen Nutzen und immerhin 5.538 sind essbar. Die Arbeit ist allerdings bei weitem noch nicht abgeschlossen. Wie die Forscher mitteilten, wurden alleine im vergangenen Jahr mehr als 2.000 neue Pflanzen entdeckt – darunter eine bisher nicht bekannte Zwiebelart. Kathy Willis, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens, will sich davon allerdings nicht abschrecken lassen und die Liste stets aktuell halten. „Angesichts der Tatsache, dass Pflanzen eine fundamentale Rolle für das menschliche Wohlergehen, unsere Nahrung, die Treibstoffgewinnung und die Klimaregulierung spielen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir wissen, was da vor sich geht.“

Via: Digitaljournal

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