Es ist eine gewagte Vision, die die niederländische Stiftung „Mars One“ verbreitet. Bereits im Jahr 2024 sollen die ersten Menschen sich dauerhaft auf dem Mars ansiedeln – und dort auch den Rest ihres Lebens verbringen. Dies scheint ein ambitionierter Zeitplan, bedenkt man, dass bisher noch überhaupt kein Mensch auf dem Mars war. Dennoch bewarben sich weltweit mehr als 200.000 Menschen für ein dauerhaftes Leben auf dem Mars. Forscher des „Massachusetts Institute of Technology“ haben nun allerdings die öffentlich bekannten Pläne der Stiftung genauer analysiert und kommen zu dem Ergebnis, das – nach aktueller Planung – die Marsbewohner wohl ersticken würden.


Leben auf dem Mars - Credits Kai Staats
Leben auf dem Mars – Credits Kai Staats

Marsbewohner ersticken nach wenigen Wochen

Die Problematik liegt dabei in der autarken Produktion von Sauerstoff. Nack aktueller Planung soll die Marskolonie pflanzen anbauen, die dann nicht nur als Nahrung dienen, sondern auch als Sauerstofflieferanten. Theoretisch ist dies möglich. Die Bewohner müssen dafür aber in derselben künstlichen Atmosphäre leben wie die Pflanzen. Das Problem: Wird die Sauerstoffkonzentration zu hoch, entzündet dieser sich. Deswegen müsste ein Teil des Sauerstoffs eigentlich nach außen abgegeben werden. Bisher allerdings geht bei diesem Prozess auch Nitrogen verloren. Dadurch allerdings wird das atmen für die Bewohner unmöglich. Die Folge: Nach Berechnungen der Forscher erstickt nach 68 Tagen der erste Einwohner.

Technik-Ausfälle treiben Kosten in die Höhe

Dieses Problem ließe sich nur lösen, indem man eine zweite Atmosphäre anlegt. In dieser würden die Pflanzen dann Sauerstoff produzieren, der zu den Menschen weitergeleitet wird. Diese Maßnahme würde allerdings nicht nur zusätzliches Geld kosten, sondern wäre auch technisch komplizierter. Dies führt zu einer weiteren Problematik der Marsmission. Die Ausfallrate technischer Geräte im Weltall ist extrem hoch. Diese Erfahrung machen auch die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS immer wieder. Durch die lange Flugdauer bis zum Mars müssten also entweder sämtliche Ersatzteile, sowie das notwendige Knowhow vorrätig sein oder es bedürfte zumindest regelmäßiger Transportflüge. Beides würde die Kosten des Projekts allerdings wiederum in die Höhe treiben.


„Mars One“ verweist auf eigene Studien

Bisher plant die Stiftung lediglich mit einem Budget von sechs Milliarden Dollar. Bedenkt man, dass -nach aktueller Preislage -fünfzehn Transportflüge zum Mars schon alleine 4,5 Milliarden Dollar verschlingen würden, dürfte dieser Kostenrahmen deutlich zu knapp bemessen sein. Der Vorsitzende von „Mars One“, Bas Lansdorp, hält allerdings an seinen ehrgeizigen Plänen fest. Den Forschern fehle es an ausreichender Erfahrung auf dem Gebiet der Raumfahrt, weshalb falsche Rückschlüsse gezogen worden seien, so Lansdorp. Gleichzeitig verwies er auf Aussagen des Rüstungs- und TechnologiekonzernsLockheed Martin, sowie eigene Forschungsergebnisse. Beide würden das aktuelle Konzept zur Marsbesiedlung für realistisch halten. Weitere Details zu diesen Forschungen blieb er allerdings zunächst schuldig.

Quelle: popsci

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1 Kommentar

  1. Peter

    16. Oktober 2014 at 12:22

    Ob wohl die Siedler der „Neuen Welt“ damals daran gedacht haben sie könnten dabei umkommen?
    Wieviel Segelschiffe sind damals eigentlich nicht in Amerika angekommen? Natürlich wird eine Mission zum Mars gefährlich sein. Wer etwas anderes glaubt, glaubt auch daran das Zitronenfalter ein Beruf ist. Mal ehrlich, wenn die Menschheit es jemals schaffen wird andere Planeten zu besiedeln, wird dies nicht ohne Verluste gehen. Der Materielle wird dabei noch der am Besten zu verkraftende sein. Natürlich werden dies Vorstände und Aktionäre diverser Firmen anders sehen. Aber so sind wir Menschen halt. Alles im Vorfeld dafür zu tun, dass so eine Mission gelingt, ist das wenigste und das erforderliche was man tun muss. Ob es aber gelingen wird, hängt wohl im großen Maßstab davon ab, was man früher „Pioniergeist“ genannt hat. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Doch wo steht geschrieben, dass das Leben ungefährlich ist?

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