Käse schmeckt vielen Menschen ganz hervorragend. Dennoch wird oftmals versucht, es mit dem Konsum nicht zu übertreiben. Denn besonders fettreicher Käse hatte mit einem Makel zu kämpfen: Er galt als Mitverursacher für Fettleibigkeit und zu hohe Cholesterinspiegel. Eine Studie des University College Dublin konnte diese These nun aber nicht empirisch belegen. Im Gegenteil: Der Käse scheint seinen schlechten Ruf eher zu Unrecht genoßen zu haben. Denn die Ergebnisse der Forscher zeigten, dass es aus ernährungstechnischer Sicht egal ist, ob Leute zum fettreichen oder zum fettreduzierten Käse greifen. Auch ernährungsbewusste Menschen könnten also zukünftig einfach den Käse auswählen, der am besten schmeckt – ohne auf den Fettgehalt zu schauen.


Foto: Maria, Creative Commons 2.0 via Wikimedia

Viele Milchprodukte hatten keine Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel

Untersucht wurde in der Studie das Essverhalten von 1.500 Personen zwischen 18 und 90 Jahren. Besonderer Wert wurde dabei auf den Konsum von Milchprodukten gelegt. Neben Käse also beispielsweise auch Joghurt, Sahne, Milch und Butter. Das Ergebnis der Untersuchung war zunächst wenig überraschend: Wer viel fettreichen Käse zu sich nahm, konsumierte auch überdurchschnittlich viele gesättigte Fettsäuren. Dies allerdings hatte nicht die erwartete Auswirkung. Denn weder in Bezug auf die Fettleibigkeit noch beim kritischen LDL-Cholesterinspiegel ließ sich eine Auswirkung erkennen. Die Probanden, die viele fettreiche Milchprodukte zu sich nahmen, schnitten also nicht schlechter ab als die anderen Teilnehmer der Studie.

Auf das Gesamtbild kommt es an

Wenn überhaupt war das Gegenteil der Fall: Konsumenten von vielen Milchprodukten waren eher schlanker, besaßen weniger Körperfett und einen niedrigeren Blutdruck. Genau erklären können die Forscher diesen Befund noch nicht. Sie sehen sich durch die Ergebnisse aber darin bestätigt, dass in Ernährungsfragen immer das gesamte Bild ins Auge gefasst werden muss. Also nicht nur das Stück Käse, sondern beispielsweise auch das Brot mit dem es zusammen gegessen wird. Fettreicher Käse im Salat ist also eher unproblematisch, auf der Pizza hingegen kann er zum Problem werden. Weitere Studien sollen diese Ergebnisse nun vertiefen und noch offene Fragen klären. Bis dahin gilt: Fettreicher Käse allein ist noch keine Sünde.


Via: University College Dublin

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.