Stimmen zu hören oder Dinge zu sehen, die sonst niemand wahrnehmen kann, ist selten ein gutes Zeichen. Es ist aber auch nicht zwingend ein Zeichen für eine ernsthafte mentale Erkrankung. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie der australischen „University of Queensland“. Demnach sind solche Halluzinationen deutlich weiter verbreitet als bisher angenommen wurde. Rund jeder zwanzigste Mensch hat den Studienergebnissen zufolge bereits eine solche Erfahrung gemacht. Bleibt es bei einigen wenigen Vorfällen ist dies nicht weiter beunruhigend, tritt das Phänomen allerdings öfter auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.


Glattes Gehirn
Glattes Gehirn eines Erwachsenen; Foto via Adam Voorhes. http://www.voorhes.com

Zusammenhänge müssen neu überdacht werden

An der Studie beteiligten sich mehr als 31.000 Teilnehmer aus 19 Ländern. Die Ergebnisse überraschten dabei auch die beteiligten Wissenschaftler: „Wir dachten immer, dass nur Leute mit Psychosen Stimmen hören oder Wahnvorstellungen haben, aber jetzt wissen wir, dass auch ansonsten gesunde, hochgradig leistungsfähige Personen, von solchen Erfahrungen berichten“, erklärt Professor John McGrath von der „University of Queensland“ die Besonderheit der Ergebnisse. Er zieht daraus den Schluss: „Wir müssen noch einmal nachdenken über den Zusammenhang zwischen Stimmen hören und mentaler Erkrankung – der scheint feinsinniger zu sein als bisher angenommen.“

Nur ein Drittel ist regelmäßig betroffen

Den Studienergebnissen lässt sich zudem entnehmen, dass Halluzinationen bei Frauen öfter auftreten als bei Männern. Außerdem ist die Bevölkerung in wohlhabenderen Staaten anscheinend auch öfter betroffen, als die Einwohner von Schwellen- und Entwicklungsländern. In den meisten Fällen entwickelten sich die Halluzinationen allerdings nicht zu einer dauerhaften Belastung. So trat die Halluzination in einem Drittel der Fälle nur einmalig auf, in einem weiteren Drittel kam es nur zu zwei bis fünf Vorfällen bevor das Phänomen wieder verschwand. „Den Leuten sollte noch einmal bewusst gemacht werden, dass sie nicht zwingendermaßen krank sind, wenn so etwas ein oder zwei Mal auftritt. Aber wenn Personen regelmäßig solche Erfahrungen machen, empfehlen wir Hilfe zu suchen“, so Professor John McGrath.


Via: Business Standard

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