Nicht nur in Berlin kommt es momentan zu überdurchschnittlich vielen Masern-Erkrankungen. Auch in den Vereinigten Staaten und Kanada trat die Krankheit zuletzt wieder öfter auf. Wissenschaftler stellten sich daher die Frage, ob ein erhöhtes Risiko zu erkranken, die Bereitschaft zur Impfung erhöht. Das überraschende Ergebnis dabei: Trotz der aktuellen Masernwelle wollen achtzig Prozent der befragten Mütter ihr Kind auch weiterhin nicht impfen lassen. Paradoxerweise spielten religiöse Gründe dafür nur bei einer Minderheit eine Rolle, die Mehrzahl berief sich hingegen auf „gesundheitliche Bedenken“.


Medizin-Spritze
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Impfkritische Studie erwies sich als fehlerhaft

Ausgewertet wurden dabei die Angaben von 1.013 Müttern, die zuvor telefonisch befragt wurden und ungeimpfte Kinder im Alter zwischen einem und vierzehn Jahren haben. Durchgeführt wurde die Studie durch das Forschungsinstitut „Mainstreet Technologies“. „Wir wollten konkret herausfinden, warum Eltern mit Kindern sich gegen eine Impfung entscheiden“, erläuterte Quito Maggi, Präsident des Instituts, das Ziel der Untersuchung. Die von vielen Müttern benannten „gesundheitlichen Bedenken“ lassen sich aus wissenschaftlicher Sicht allerdings nicht nachvollziehen. Zwar gab es im Jahr 1998 eine Studie von Andrew Wakefield, die die Masern-Impfung mit Autismus in Verbindung brachte. Diese erwies sich im Nachhinein aber als fehlerhaft und gefälscht. Die Ergebnisse konnten nie reproduziert werden.

Sozialer Status spielt keine Rolle

Trotzdem waren 80 Prozent der befragten Eltern von der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Impfung nicht überzeugt. Lediglich 19 Prozent beriefen sich auf religiöse Gründe. Dabei spielt der soziale Status keine Rolle. „Ausbildung und Einkommen sind wirklich kein Faktor, wenn man die Zusammensetzung der Impfgegner näher betrachtet.“ So verfügten 38 Prozent der Befragten über einen Universitätsabschluss.
Wie viele der Befragten sich tatsächlich auf die Studie von Wakefield beriefen und wer seine Bedenken aus anderen Quellen bezog, wurde im Rahmen dieser Untersuchung nicht abgefragt. Diese Arbeit bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten.


Quelle: Digital Journal

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