Das Grundgesetz gibt der deutschen Politik eindeutig mit auf den Weg, für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen des Landes zu sorgen. Bisher ist dies erstaunlich gut gelungen. Dies liegt unter anderem an der besonderen Struktur der deutschen Wirtschaft. Denn oftmals finden sich selbst in der tiefsten Provinz noch mittelständische Unternehmen, die in ihrer Nische Weltmarktführer sind. Doch zukünftig drohen einige Regionen den Anschluss zu verlieren. Dies geht zumindest aus einer Studie des „Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach besteht bei 19 der untersuchten 96 Regionen akuter Handlungsbedarf, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Umgekehrt heißt dies aber auch: Immerhin 77 Regionen haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht.


Bild: Claudio Alvarado Solari

Ost- und Westdeutschland haben mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen

Es dürfte nicht verwundern, dass einige Bundesländer von den Problemen besonders stark betroffen sind. So befinden sich elf der kritischen Regionen in den fünf neuen Bundesländern. Weitere vier sind in Nordrhein-Westfalen – insbesondere im Ruhrgebiet – zu finden. Außerdem betroffen: Bremerhaven, das Saarland, Schleswig-Holstein Ost und die Westpfalz. Allerdings sind die Gründe für das schlechte Abschneiden in der Studie nicht immer die selben. So wird in den westdeutschen Regionen zumeist die schwache ökonomische Entwicklung kritisch gesehen. Diese hat zur Folge, dass die Arbeitslosigkeit vergleichsweise hoch ist und den Kommunen das Geld für dringend notwendige Investitionen fehlt. Auf Dauer kann so ein Teufelskreis entstehen, aus dem man aus eigener Kraft nur schwer entkommen kann.

Der Ausbau der Infrastruktur ist von entscheidender Bedeutung

Die betroffenen Gebiete in Ostdeutschland leiden hingegen vor allem unter der demografischen Entwicklung. Sprich: Die Bevölkerung dort wird immer älter, weil viele junge Menschen ihr Glück woanders suchen. Langfristig führt dies ebenfalls zu einer abnehmenden wirtschaftlichen Dynamik und fehlenden Steuereinnahmen. Deutschlandweit lässt sich zudem beobachten, dass notwendige Infrastruktur nicht so ausgebaut wurde wie dies für eine bestmögliche wirtschaftliche Entwicklung notwendig wäre. Dies gilt sowohl für das Schienennetz als auch für den Breitbandausbau. Die Autoren der Studie schlagen daher eine Reihe von konkreten Maßnahmen vor, um den betroffenen Regionen zu helfen. So empfehlen sie eine Schuldenübernahme der Kommunen durch die Länder und massive Investitionen in den Netzausbau.


Via: IW

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