Wissenschaftler der Universität Göteborg haben im Rahmen einer aktuellen Studie festgestellt, dass Frauen die ziemlich launisch und unausgeglichen sind ein höheres Risiko tragen an Alzheimer oder anderen Demenz-Variationen zu erkranken. Den Fachbeitrag findet man in der Zeitschrift „Neurology“ wieder. Hier ist die Studie zudem auch näher beschrieben. Dabei wurden 800 Frauen über 38 Jahre lang untersucht und regelmäßig befragt um die Charakterzüge, Ängste, Wut, Reizbarkeit, Anfälligkeit für Stress und weitere Ausmaße des Neurotizismus sowie der Intro- und Extrovertiertheit analysieren zu können.


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Unausgeglichene Frauen sind anfälliger für Alzheimer

Der Zusammenhang von neurotische Frauen und Alzheimer

Von den 800 untersuchten Frauen erkrankten letztlich 104 Probandinnen an Morbus Alzheimer. Hierbei handelt es sich um eine ziemlich weit verbreitete Alzheimer-Erkrankung, die vor allem Menschen ab dem 65. Lebensjahr einholt und für 60 Prozent der weltweit erkrankten Menschen verantwortlich ist. Die Wissenschaftler rund um Lena Johansson fanden heraus, dass Frauen, die im Rahmen der unterschiedlichen Tests als ziemlich neurotisch eingestuft wurden, doppelt so häufig an Demenz erkrankten, wie Frauen mit niedrigen Werten. Dabei spielt allerdings auch Stress eine entscheidende Rolle, wie weiterhin festgehalten wird.

Das erhöhte Demenzrisiko allein aufgrund der Intro- und Extrovertiertheit zurückzuführen, wäre recht haltlos. Die Wissenschaftler zogen daher weitere Konstanten hinzu um die Aussagekraft des Testergebnisses zu manifestieren. So spielen auch hohe Neurotizismuswerte in Kombination mit Introvertiertheit eine tragende Rolle. Frauen, welche diese Kombination verkörperten laufen laut der Studie am größten Gefahr an Demenz zu erkranken. Insgesamt konnten 63 Probandinnen in diese Gruppe eingeordnet werden. 16 Frauen also 25 Prozent in etwa erkrankten an Alzheimer. 8 von 64 Frauen (13 Prozent), denen die Charakterzüge „extrovertiert und weniger neurotisch“ zugeordnet werden konnte, erkrankten ebenfalls an Alzheimer.


Die Persönlichkeit und die Gewohnheiten des Menschen sind ausschlaggebend

Die Forscher halten folgende Ergebnisse fest. So sind die Persönlichkeiten der Menschen und auch die Gewohnheiten ausschlaggebend für ein erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken. Menschen die weniger neurotisch sind, hätten beispielsweise auch einen gesünderen Lebenstil, betonen die Wissenschaftler. Darüber hinaus rufen jedoch auch Stress und Neurotizismus Veränderungen im Hippocampus hervor. Das wiederum führt zu einem massiven Verlust der Gedächtnisleistung. je nachdem wie die Schädigungen fortgeschritten sind, können Personen nicht mehr erkannt werden. zudem fällt es den Erkrankten immer schwerer neue Sachen zu lernen. Ein dritter Aspekt sei auch eine Struktur-Veränderung im Gehirn, die ebenfalls von Neurotizismus hervorgerufen werden kann. Die alzheimertypischen Veränderungen im Gehirn werden dann durch die Zunahme von neurofibrillären Bündeln herbeigeführt.

Es sind noch weitere Studien nötig

Der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) und Neurologe Prof. Stefan Knecht hält die Ergebnisse der aktuellen Studie für plausibel. Er betont, dass bereits vorausgegangene Studien einen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Erkrankungen und emotional labiler Menschen belegen konnten. Der Zusammenhang zwischen Stress und Alzheimer ist auch recht einleuchtend. Dem Mediziner zufolge bedeutet Dauerstress bei Menschen, dass auch das Immunsystem immer leicht aktiv ist. Das ist mit einer leichten Entzündung vergleichbar. Ist diese Dauerhaft vorhanden, kann es zu Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) kommen, die wiederum mit einem kognitivem Abbau im Einklang stehen.

Es sind laut Prof. Richard Dodel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) noch weitere Studien nötig, die nicht nur den Psychologischen Aspekt im Hinblick auf die Verhaltensmerkmale forcieren. Die aktuellen Erkenntnisse seien dennoch ein gelungener weiterer Methodischer Erfolg.

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