Fast alle Länder der Welt haben sich den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf die Fahne geschrieben. Dies gilt selbst für klassische Ölstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi Arabien. Neue Solarmodule zu installieren, ist dabei eine Möglichkeit, saubere und nachhaltige Energie zu gewinnen. Es kann aber auch sinnvoll sein, die bestehenden Kapazitäten besser zu nutzen, indem die Effizienz der bereits vorhandenen Module gesteigert wird. Wissenschaftler in aller Welt arbeiten daher an Lösungen, um noch mehr Strom aus der Sonnenstrahlung zu gewinnen. Eine gemeinsame Studie der Duke University und des Indian Institute of Technology-Gandhinagar weist nun aber auf ein menschengemachtes Problem hin: Luftverschmutzung und Staub.


In trockenen Regionen ist der Effizienzverlust am höchsten

Begonnen hat die wissenschaftliche Untersuchung mit einer einfachen Beobachtung: In Indien sind viele der installierten Solarmodule mit einer Staubschicht belegt. Diese kommt zustande, weil extrem viele kleine Partikel durch die Luft gewirbelt werden – und diese sich irgendwann auf der Oberfläche der Module festsetzen. Die menschliche Intuition besagt natürlich sofort, dass dadurch weniger Licht auf die Siliziumzellen fällt und dementsprechend auch weniger Strom produziert werden kann. Wie groß dieser Effekt allerdings ist, wurde nun erstmals untersucht. Mit durchaus erschreckendem Ergebnis: In trockenen Regionen wie etwa der arabischen Halbinsel ist der Feinstaub in der Luft sowie der Dreck und Staub auf den Modulen für einen Effizienzverlust von rund 25 Prozent verantwortlich.


Alleine Indien und China gehen Milliarden Dollar verloren

Selbst dies gilt aber nur unter der Annahme, dass die Module regelmäßig – etwa alle ein bis zwei Monate – gereinigt werden. In konkreten Zahlen ausgedrückt, wird das Problem noch einmal deutlicher: Die Wissenschaftler schätzen, dass alleine in Indien durch die Luftverschmutzung jährlich 780 MW Solarenergie verloren gehen. In China liegt dieser Wert sogar bei 7.400 MW. Beide Länder sind allerdings bereits seit einiger Zeit bemüht, die Belastung für die Einwohner durch die Luftverschmutzung zu senken. So sollen deutlich weniger Kohlekraftwerke gebaut werden als ursprünglich geplant. Indirekt könnte dies dann dazu führen, dass die vorhandenen Solarmodule effizienter arbeiten.

Via: New Atlas

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