Mal eben mit dem Mountainbike durch den Wald sausen, den Hund Gassi führen oder einfach nur im Grünen frische Luft schnappen: Was den Menschen guttut, kann für Wildtiere richtig stressig sein. Selbst wenn die Spaziergänger und -fahrer brav auf den Wegen bleiben und sämtliche Regeln beachten, die allgemein im Wald gelten, reagieren die versteckten Bewohner doch auf ihre ganz eigene Art und Weise.


Die Nacht bietet auch tagaktiven Tieren Schutz vor dem Menschen

Allein unsere Präsenz im Wald entfaltet große Auswirkungen

Ein Forscherteam veröffentlichte diesbezüglich erstaunliche Erkenntnisse im Magazin »Science«: Kaitlyn Gaynor und ihr Team fanden heraus, dass Dutzende von Tierarten einen großen Teil ihres eigentlich tagsüber stattfindenden aktiven Lebens auf die Nacht verlegen. Damit gelingt es diesen Spezies, den Menschen in ihrem Revier besser aus dem Weg zu gehen. Allein unsere Präsenz im Wald entfaltet also große Auswirkungen auf die dort wohnende Tierwelt, ohne dass wir uns dessen gewahr werden. Gaynor analysierte 76 vorgehende Untersuchungen, die 62 verschiedene Spezies auf 6 Kontinenten im Blick hatten.

Aus tagaktiven Tieren werden teilweise nachtaktive Waldbewohner

Vor allem wilde Säugetiere mögen es nicht so sehr, ständig auf Menschen zu treffen. Ob Koyoten in Kalifornien, Wildschweine in Polen, Löwen in Tansania, Tiger in Nepal oder Otter in Brasilien: Sie alle ändern ihren Tag- und Nachtrhythmus, wenn sie in Gebieten wohnen, die wir für unsere Freizeitgestaltung nutzen. Aus tagaktiven Tieren werden zumindest teilweise nachtaktive Waldbewohner – und das nicht immer ganz ohne Komplikationen. Ein seltsamer Gedanke, dass wir die Natur um uns herum schon dadurch ändern, dass wir einfach nur da sind, oder? Ein bisschen am Waldsee sitzen, Steine ins Wasser werfen, herumschlendern … Dabei haben wir noch nicht einmal etwas kaputtgemacht.


Müssen wir jetzt deshalb aufhören, in den Wald zu gehen? Ich denke nicht, schließlich wirkt sich der Gang in die Natur äußerst positiv auf unsere Lebensqualität und Gesundheit aus. Doch ein gutes Stück mehr Achtsamkeit und Feinfühligkeit wären allgemein nicht schlecht, oder?

Quelle: inhabitat.com

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