Die Bilder der verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald gingen in diesem Sommer um die Welt. Doch die Probleme vor Ort gehen noch deutlich weiter. Denn seit der neue brasilianische Präsident Jair Bolsonaro im Amt ist, schreitet die Rodung des Regenwalds immer weiter voran. 75 Prozent der zerstörten Flächen lassen sich dabei auf zwei Faktoren zurückführen: Rinderzucht und Sojaanbau. Ewig wird dies aber nicht so weitergehen können. Darauf weist nun eine eindringliche Mahnung der Politikberaterin Monica de Bolle in Washington hin. Ihren Ausführungen zufolge könnte schon bald eine Spirale in Gang gesetzt werden, die den Regenwald unwiederbringlich zerstört. Geht alles so weiter wie bisher, würde dieser entscheidende Punkt schon im Jahr 2021 erreicht.


Irgendwann wird der Regenwald nicht mehr genug Regen produzieren

Der Kreislauf beginnt damit, dass einzelne Gebiete gerodet werden – was einen massiven Eingriff in das örtliche Ökosystem darstellt. Dies wiederum hat weniger lokale Regenfälle zur Folge, wodurch sich die Gefahr von Dürren und Waldbränden erhöht. Auf diese Weise können weitere Waldflächen verloren gehen. Diese Stressfaktoren begünstigen zudem die Ausbreitung von Parasiten und Krankheitserregern. Solange diese Effekte nur lokal auftreten, sind sie zwar bedauerlich, aber für das Gesamtsystem des Regenwalds noch zu verkraften. Bei zu vielen Rodungen allerdings, ist irgendwann der Punkt erreicht, indem das Ökosystem des Regenwalds nicht mehr ausreichend Regen produziert, um sich selbst zu erhalten. Dann muss nicht mehr gerodet werden, weil die Bäume nach und nach von selbst absterben.


Der Punkt der unwiederbringlichen Zerstörung ist nah

Das Tragische daran: Ab diesem Moment würde auch ein vollständiger Stopp der Rodungen nichts mehr bringen. Grundsätzlich sind sich so gut wie alle Experten einig, dass Rodungen die skizzierten Auswirkungen zur Folge haben. Umstritten ist allerdings die Frage, wie viel Zeit noch verbleibt, um den Regenwald zu retten. De Bolle sieht nur noch ein sehr kleines Zeitfenster von rund zwei Jahren. Andere Wissenschaftler verweisen darauf, dass bei einer Fortschreibung der bisherigen Rodungszahlen der entscheidende Punkt erst in fünfzehn bis zwanzig Jahren erreicht wäre. Ganz sicher sind sie sich aber auch nicht. So sagt Carlos Nobre, einer der führenden Klima-Wissenschaftler in Brasilien: „Ich hoffe, dass sie da falsch liegt. Wenn sie recht hat, ist es das Ende der Welt.“

Via: Inhabitat

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