Lebensmittelstudien sind zumeist mit Vorsicht zu genießen. In der richtigen Dosierung und mit dem richtigen Forschungsdesign lässt sich bei beinahe jedem Lebensmittel ein positiver Gesundheitseffekt nachweisen. Viele der veröffentlichten Studien leiden aber unter handwerklichen Fehlern oder sind von Lebensmittelkonzernen finanziert. Beides trifft auf die Untersuchung zweier niederländischer Wissenschaftler über die Auswirkungen von Nüssen nicht zu. Im Gegenteil: Um jegliche Verzerrung zu vermeiden, haben sie selbst keine Daten erhoben, sondern auf die Daten einer vergangenen Langzeitstudie zu einem anderen Thema zurückgegriffen. Daraus ließ sich ableiten: Der tägliche Verzehr von zehn Gramm Nüssen verringert die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes um 23 Prozent.


Daten von mehr als 120.000 Niederländern standen zur Verfügung

Die zugrunde liegenden Daten entstammten dabei einer Studie, die von 1986 bis 1996 bei insgesamt 120.852 Niederländern im Alter zwischen 55 und 69 Jahren die Essgewohnheiten und den Gesundheitszustand überwachte. Die Forscher Piet A. van den Brandt und Leo J. Shouten nutzten diese Daten und untersuchten, inwieweit sich die Lebenserwartung und die spätere Todesursache der regelmäßigen Nussesser vom Rest der Gruppe unterschieden. Das Ergebnis: Der Nusskonsum verringerte signifikant die Wahrscheinlichkeit an Nervenerkrankungen, Atemwegserkrankungen oder Diabetes zu sterben. Warum dies so ist, konnte nicht exakt geklärt werden. Nüsse enthalten aber wertvolle Vitamine, Antioxidantien und gesunde Fettsäuren.


Erdnussbutter hat keinen positiven Effekt

Erdnüsse wurden im Rahmen dieser Studie übrigens ebenfalls zu den Nüssen gezählt. Liebhaber von Erdnussbutter allerdings dürften enttäuscht sein: Bei regelmäßigem Konsum von Erdnussbutter ließ sich kein positiver Effekt nachweisen. Die Forscher haben in ihrer Untersuchung zudem bereits berücksichtigt, dass Nussesser im Schnitt jünger und gesünder sind als der Durchschnitt. Die Ergebnisse wurden entsprechend angepasst und können deswegen als repräsentativ gelten. Allerdings basieren die Daten natürlich ausschließlich auf niederländischen Teilnehmern. Weitere Untersuchungen müssten klären, ob der Effekt auch weltweit auftritt.

Via: Quartz

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