Im Fachjournal „Lancet Infectious Deseases“ waren zuletzt gleich zwei Studien zur Verbreitung von Malaria in Südostasien zur finden. Beide kamen zum gleichen problematischen Ergebnis: Resistente Malaria-Erreger breiten sich in der Region deutlich schneller aus als bisher gedacht. So hilft die bisher genutzte Standard-Therapie – eine Kombination der Medikamente Artemisinin und Piperaquin – schon heute nur noch bei jedem zweiten Patienten. In Teilen Thailands versagte die Therapie sogar in 85 Prozent der Fälle. Besonders bedenklich ist dies, wenn man zwei weitere Fakten mit einbezieht. So wurde die Mutation, die die Parasiten immun gegen die Medikamente macht, erst im Jahr 2008 erstmals entdeckt. Seitdem hat sie sich rasend schnell ausgebreitet.


Eine Anopheles Stechmücke saugt Blut aus der Haut
Die Stechmücke Anopheles überträgt Malaria.

Noch können Alternativen verwendet werden

Die beiden Medikamente werden in der Region zudem erst seit rund zehn Jahren flächendeckend eingesetzt. Nun scheinen sie bereits wieder an Wirkung zu verlieren. Zunächst einmal ist dies kein großes Problem. Denn die Ärzte können bei den betroffenen Patienten auf alternative Medikamente ausweichen. Doch es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich auch hier die ersten Resistenzen bilden. Problematisch könnte es zudem werden, sollte sich die Mutation auch auf dem afrikanischen Kontinent ausbreiten. Denn dort gibt es bereits heute die meisten Malaria-Todesfälle. In vielen Ländern ist das Gesundheitssystem zudem nur rudimentär ausgebaut. Außerdem sind nicht immer die finanziellen Mittel vorhanden, um mehrere Medikamente vorrätig zu halten. Experten gehen daher davon aus, dass sich die Zahl der Malaria-Toten in einem solchen Fall massiv erhöhen könnte.

Der Kampf gegen Malaria wird auf vielen Ebenen geführt

Auch deswegen verstärken immer mehr Länder, Organisationen und Unternehmen den Kampf gegen die Krankheit. So verteilen Hilfsorganisationen Mückennetze, um so die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren. Die Behörden versprühen zudem immer öfter Insektizide, um die Mücken zu töten, bevor sie die Krankheit übertragen können. Alternativ dazu wird auch mit einer Veränderung des Erbguts experimentiert. So könnte man die gefährlichen Mückenarten unfruchtbar machen und so aussterben lassen. Auch ein Impfstoff wird bereits getestet. Noch haben all diese Ansätze aber nicht zu einem durchschlagenden Erfolg geführt. Kurzfristig wird daher über eine andere Maßnahme nachgedacht: Zukünftig könnten Malaria-Patienten nicht mehr mit zwei, sondern mit drei Medikamenten auf einmal behandelt werden.


Via: Sueddeutsche Zeitung

Original Studie: The Lancet

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