Auf den ersten Blick scheint es sich um eine widersprüchliche Entwicklung zu handeln: Obwohl immer mehr Menschen darauf achten, sich ausreichend vor der Sonne zu schützen, nimmt die Zahl der Hautkrebs-Erkrankungen in Deutschland weiter zu. Dermatologen haben dafür allerdings eine einfache Erklärung: Ein Sonnenbrand führt nicht direkt zu einer Krebserkrankung. Vielmehr ist es in der Regel so, dass eine dauerhaft zu hohe Belastung mit UV-Strahlen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung im weiteren Verlauf des Lebens erhöht. Demzufolge sind die nun ansteigenden Zahlen eine Folge des Verhaltens in den 1970er und 1980er Jahren. Damals war das Bewusstsein für die Gefahr von zu viel Sonneneinstrahlung noch nicht so ausgeprägt wie heute. Außerdem begannen immer mehr Menschen in ein Solarium zu gehen.


Malignes Melanom mikroskopisch
Foto: Malignant Melanoma, Liver FNA, Direct Smear, Pap Stain, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Jährlich gibt es rund 300.000 neue Hautkrebs-Erkrankungen

Experten gehen daher davon aus, dass die Zahlen auch in den nächsten dreißig Jahren weiter ansteigen werden. Erst dann dürfte sich das inzwischen geänderte Freizeit-Verhalten positiv auswirken. Aktuell gibt es jährlich 300.000 neu diagnostizierte Fälle von Hautkrebs in Deutschland. In der Mehrzahl handelt es sich um den vergleichsweise harmlosen, aber dennoch nicht ungefährlichen, weißen Hautkrebs. Es gibt aber auch rund 23.000 Fälle des deutlich aggressiveren schwarzen Hautkrebses. In beiden Fällen gilt: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Das seit dem Jahr 2008 angebotene Hautkrebs-Screening haben bisher aber nur rund vierzig Prozent der Versicherten in Anspruch genommen. Durch eine vermehrte Aufklärung soll dieser Wert in den nächsten Jahren noch einmal deutlich gesteigert werden.

Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden

Noch besser ist es aber natürlich, wenn der Hautkrebs gar nicht erst entsteht. Dermatologen raten daher zu einer Reihe von Präventionsmaßnahmen. Am einfachsten und sichersten: Direkte Sonneneinstrahlung so weit wie möglich vermeiden. Dies kann durch lange Kleidung und Hüte geschehen oder durch andere Schutzvorrichtungen wie Sonnensegel. Lässt sich ein Aufenthalt in der Sonne nicht vermeiden, sollte zumindest auf Sonnencreme zurückgegriffen werden. Hier darf auch nicht am falschen Ende gespart werden. Als Faustregel kann gelten: Für einen zweiwöchigen Urlaub benötigt eine Person in etwa eine Tube Sonnencreme. Hautärzte bestätigen inzwischen allerdings, dass das Bewusstsein für die Problematik hierzulande in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Sichtbares Zeichen dieser Entwicklung: Die Zahl der Solarien hat stark abgenommen.


Via: MZ

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1 Kommentar

  1. Björn

    6. Mai 2019 at 10:09

    Solarpanele über den Straßen montieren. . . geile Idee!

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