Nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren erhielt der Kernfusionsreaktor „Wendelstein 7-X“ nun die offizielle Betriebsgenehmigung. Schon in dieser Woche ist der Start mit Helium-Plasma geplant. 2016 sollen Plasmen aus Wasserstoff folgen. In diesem nahezu einzigartigen Reaktor soll die Energiegewinnung auf der Sonne nachgestellt werden. Da nun alle technischen Voraussetzungen erfüllt seien, kann das Projekt am Greifswalder Max-Planck-Institut für Plasmaphysik nun beginnen.


Der Wendelstein7-X während der Konstruktion im Jahr 2012. By Abteilung Öffentlichkeitsarbeit (Max-Planck Institut für Plasmaphysik) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Der Wendelstein7-X während der Konstruktion im Jahr 2012. By Abteilung Öffentlichkeitsarbeit (Max-Planck Institut für Plasmaphysik) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wendelstein-Fusionsreaktor geht an den Start

Vor knapp 19 Jahren wurde der erste Antrag auf die Errichtung einer Anlage für Kernfusionsexperimente im Raum Mecklenburg gestellt. Nun gab es endlich das finale OK. Die Sicherheitsprüfungen übernahmen dabei Wissenschaftler des TÜV Rheinland. Etwa eine Milliarde Euro flossen in die Realisierung des weltweit größten Fusionsexperiments des Typs „Stellarator“. Lediglich in Japan ist eine vergleichbare Anlage zu finden. Mit der Umsetzung des nach wie vor auch kritisierten Projekts wurden zusätzlich 500 hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. In Greifswald wird ab sofort also Weltspitzenforschung betrieben. Die Hoffnungen liegen dabei darin Lösungen zur Sättigung des weltweiten Energiebedarfs zu finden, neben der Gewinnung aus Kohle, Öl und Gas.

Kritiker sehen die Anlage als nicht sicher genug an. Trotz der 1,80 Meter dicken schützenden Betonwände, könne es zu Komplikationen kommen. Schließlich entstehe bei dem Kernfusionsverfahren ebenfalls radioaktiver Abfall, auch wenn dieser weitaus geringer ist als bei der Kernspaltung. Gutachten wiederlegen die Bedenken jedoch. Unabhängig von der Sicherheits-Kritik wird weiter angeführt, dass die Fusionstechnik für die Energieversorgung nicht benötigt werde. Das Forschungsvorhaben verschlinge viel Geld. Darüber hinaus sei nicht absehbar ob die Technologie überhaupt schon in den nächsten Jahrzehnten genutzt werden könne. Schon jetzt fordert die Energiewende gravierende Umstrukturierungen, der Fokus solle daher eher auf die erneuerbaren Energien gelenkt werden.


Nun geht Wendelstein 7-X ersteinmal an den Start und wird hoffentlich begrüßenswerte Ergebnisse liefern. Im Hinblick auf erneuerbare Energien ist Deutschland aktuell recht gut aufgestellt und gilt sogar als europäisches Vorbild.

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