Energieautarke Häuser sind im Trend. In Zeiten von hohen Energiepreisen und Rohstoffknappheit sind Häuser, die ihre Energie aus erneuerbaren Energien selber gewinnen, schwer gefragt. In diese Kategorie fällt auch das Sure House. Aber das von Studenten des Stevens Institute of Technology kann noch mehr: Es wurde dazu entworfen, extremen Wetterbedingungen in Küstennähe zu widerstehen.


Sure House
Das Sure House bietet Schutz vor Stürmen – und ist dabei völlig energieautark.

Entwicklung im Rahmen eines Wettbewerbs

Das Sure House wurde als Reaktion auf den Hurricane Sandy im Jahr 2012 entworfen. Sandy verursachte Schäden an etwa 350.000 Häusern im US-Bundesstaat New Jersey, wo auch das Stevens Institute beheimatet ist. Viele der Häuser waren im Anschluss an den Sturm nicht mehr bewohnbar.

Das Sure House wurde mit der Unterstützung der PSEG Foundation entwickelt und wurde als Beitrag des Stevens Institute zum Solar Decathlon 2015 des US Department of Energy eingereicht. Für den Wettbewerb müssen die Teilnehmer Häuser entwerfen, die auf Solarenergie zurückgreifen und dabei kostengünstig, energieeffizient und attraktiv sind.


Sure House
Trotz Sturmschutz soll der Wohnkomfort nicht zu kurz kommen.

[The Sure House is]a vision of a sustainable and resilient home for the areas at greatest risk due to rising sea-levels and more damaging storms”, beschreibt das Team sein Projekt, dessen Namen übrigens aus den Worten SUstainable (nachhaltig) und REsilient (widerstandsfähig) zusammengesetzt ist. Nach Angaben der Designer benötigt das Sure House 90 Prozent weniger Energie als gleich große normale Häuser und gewinnt diese Energie mit Hilfe von Solarzellen.

Sure House: Sturmschutz mit Komfort

Das Sure House hat etwa 93 qm Wohnfläche, und trotz des sturmsicheren Designs gelingt es dem Haus, eine komfortable und architektonisch innovative Atmosphäre zu erzeugen. Es wurde für bis zu vierköpfige Familien entworfen und hat den “Open-Floor”-Raumplan eines Strandhauses im Stil der 60er Jahre.

Das Sure House wurde auf Stelzen gebaut, um im Falle einer Flut außerhalb der Reichweite des Wassers zu sein. Die Außenhülle besteht aus Kohlefaser und soll vor Sturmschäden schützen. Die Fenster werden durch spezielle Fensterläden gegen umherfliegende Trümmerstücke geschützt.

Sure House
Auf 93 qm Wohnfläche können bis zu vier Personen wohnen.

Außerdem wurde das Haus so entworfen, dass im Falle von Wassereinbrüchen im Nachhinein eine besonders ausgeklügelte Luftzirkulation dabei hilft, die ohnehin schon wasserresistenten Holzböden zu trocknen.

Die Außenhülle des Sure House wirkt außerdem isolierend und senkt so den Energieverbrauch. Geheizt wird mit Hilfe von Energierückgewinnung, Wasser wird über das Solarsystem elektrisch erwärmt. Das Wärmemanagement wird mit einer Wärmepumpe realisiert, wobei die Temperatur in jedem Raum des Hauses einzeln gesteuert werden kann. Sogar die Haushaltsgeräte sind durchdacht. So wird eine spezielle Schnellwaschmaschine mit extra großer Kapazität zum Waschen der Wäsche genutzt, die dann in einem Hybrid-Trockner getrocknet werden kann.

Energieautarker Sturmschutz im Konzept

Das Sure House ist komplett energieautark. Dies wird durch Photovoltaik-Zellen in den Fensterläden realisiert. Auch an die Nachbarn wurde gedacht: Diese können über USB-Anschlüsse an der Außenwand wichtige Kommunikations-Geräte aufladen, wenn ihre Häuser nach einem Sturm keine Energie mehr zur Verfügung haben.

Sure House
Vom Stil her haben sich die Designer an den Strandhäusern der 1960er orientiert.

Die Entwicklung des Sure House nahm zwei Jahre in Anspruch und soll das Stevens Institute of Technology zum Gewinner des Solar Decathlon 2015 machen. Der Wettbewerb findet im Oktober statt. Nach dem Wettbewerb soll das Haus als Bildungsstätte dienen.

Rundgang durch das Sure House im Video

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