Sydneys sportbegeisterte Bürger fahren künftig mit Bus, Fern- und Nahverkehrszügen, Straßenbahn oder Metro zu ihrem Stadion. Es ist das wohl zentralste in der Welt, denn es thront über dem Gleisgewirr des Hauptbahnhofs. Das schwebende Fundament ist eine mächtige Betonplatte. Darauf entsteht das Stadion, das einige 1000 Plätze hat.


Die Statik bereitet keine Probleme

Die Idee, ein Fußball- und Rugbystadion an eine Stelle zusetzen, die mit allen in der australischen Metropole eingesetzten Verkehrsmitteln – außer dem Auto – erreichbar ist, haben Architekten um Philip Vivian, Direktor des Architektenbüros Bates Smart aus Sidney und Melbourne. Die Statik ließen sie von Experten des Ingenieurbüros Arup prüfen, das in Australien sieben Standorte hat. Sie sehen keine Probleme, das Projekt zu realisieren. Erstes Projekt von Arap war 1963 die berühmte Oper von Sydney.

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Metro, Bahn und Bus statt Auto

Die Architekten kamen auf die Idee, als die Politiker des Bundesstaats New South Males beschlossen, ein der beiden Stadien im Moore Park abzureißen und an gleicher Stelle wieder aufzubauen. Umgerechnet 600 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Das Geld könnte man besser anlegen und auch noch was für die Umwelt und die Stadtbevölkerung tun, dachten sich die Architekten. Sie wollen die riesigen Parkplätze und die Fläche, die derzeit noch das Fußballstadion beansprucht, rekultivieren. Lediglich das Cricketstadion soll dort bleiben.


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Das Dach hängt an Spannbetonbögen

Zwei elegant geschwungene Spannbetonbögen tragen das Dach, ähnlich wie bei der Lanxess-Arena in Köln-Deutz. Sie begnügt sich allerding mit einem einzigen mächtigen Bogen. Dass die Statiker keine Bedenken haben wundert Vivian nicht. Ein Stadion sei ein Leichtgewicht, vergleichbar mit einem sechsstöckigen Wohnhaus. Als Vorbild dient das Kolosseum in Rom. Das sei schließlich nicht, wie moderne Fußballstadien, am Stadtrand gebaut worden, sondern ein gut erreichbarer integraler Bestand der City. Genauso sieht Vivian die Platzierung von Stadien der heutigen Zeit. Sie müssten so gebaut werden, dass sie ohne Auto, also ohne Umweltbelastung erreichbar seien. Ein Hauptbahnhof sei der richtige Ort, weil ihn fast alle Verkehrsmittel berühren.
Die Sache hat nur einen Haken. Die Politik will noch Ende diesen Jahres mit dem Abriss beginnen und 2022 das neue Stadion einweihen. Bei diesem Zeitplan ist Bates Smart überfordert. Vivian hofft, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

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