Seit Mai 2016 sind die „Schockbbilder“ auf Zigarettenpackungen auch in Deutschland Pflicht. Dabei geht es um Bilder, die auf Zigaretten aufgedruckt werden und abschreckende Abbildung von Krankheiten zeigen, die mit Rauchen in Verbindung stehen. Die Verkaufszahlen für Zigaretten und Drehtabak gingen daraufhin im dritten Quartal zurück.


Weniger Tabak versteuert als im Vorjahr

Im dritten Quartal 2016 wurden in Deutschland 11,3 Prozent weniger Zigaretten versteuert als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Auch bei Zigarren und Zigarillos sowie bei Tabak zum Selbstdrehen gingen die Zahlen zurück. Gestiegen ist jedoch die Versteuerung von Pfeifentabak – die Zahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 33 Prozent. Ein Grund für diesen Anstieg sieht die Branche in der steigenden Beliebtheit von Wasserpfeifen. Mit 60 Millionen Euro hat Pfeifentabak jedoch einen eher geringen Anteil an der Versteuerung von Tabakprodukten, die im dritten Quartal bundesweit 6,3 Milliarden Euro betrug – 10,9 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.


Grund hierfür ist laut den Statistikern die Einführung der Warnbilder im Mai 2016, die die klassischen Warnsprüche ergänzten. Die Verschärfung der Warnhinweise auf Tabakprodukten erfolgte im Rahmen der EU-Tabakrichtlinie. Im ersten Quartal hatten die Hersteller noch Ware nach den alten Bestimmungen produziert – diese darf noch ein Jahr weiterproduziert werden.

Effekt der Warnbilder noch nicht nachweisbar

Die technische Umsetzung der neuen Tabakrichtlinie sei sehr zeit- und kostenintensiv gewesen, so Jan Mücke, Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes. Die Branche rechnet aber damit, dass der Absatz sich zum Jahresende wieder stabilisieren werde. Für 2016 rechnen die Hersteller auch weiterhin mit Steuereinnahmen von mehr als 14 Milliarden Euro für den Fiskus.

An dieser Aussage sieht man auch, dass die Tabakindustrie selber nicht mit einem großen Effekt durch die Warnbilder rechnet. Dadurch, dass die Hersteller auf Vorrat produzierten, um die Umstellung kompensieren zu können, wurden im Ersten Quartal 2016 vermehrt Steuermarken benötigt. Im dritten Quartal trat dementsprechend eine Art Umkehreffekt ein. Die Zahlen zur Versteuerung von Tabakprodukten sagen nicht direkt etwas über den Absatz aus. Aus dem Rückgang im dritten Quartal 2016 einen abschreckenden Effekt der Bilder auf den Packungen abzuleiten wäre demnach verfrüht.

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