Auf der Paris Air Show ist Airbus traditionell mit einer großen Mannschaft vertreten. Vor Ort war auch Christian Scherer, der Chief Commercial Officer des Konzerns. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP bestätigte er nun: Der Konzern könnte Flugzeuge schon heute ohne Piloten fliegen lassen. Wörtlich sagte er: „Autonomes Fliegen ist keine Frage der Technologie.“ Dennoch werde es wohl noch einige Zeit dauern, bis die entsprechenden Systeme tatsächlich in den Flugzeugen zum Einsatz kommen. Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Personengruppen: Die Kunden und die Beamten der Zulassungsbehörden. Wobei vor allem die Meinung der zahlenden Passagiere von Bedeutung ist. Denn kein Konzern wird die aufwändige Prozedur eines Genehmigungsverfahrens durchlaufen wollen, wenn dann niemand mit den Flugzeugen reisen möchte.


Bild: Romain COUPY [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Boeing hat die Skepsis gegenüber Flug-Software weiter verstärkt

Schon heute werden Piloten massiv durch automatisierte Systeme unterstützt. Diese übernehmen in der Luft einen Großteil der Aufgaben und können unter bestimmten Bedingungen auch selbstständig starten und landen. Dennoch sind stets auch Piloten an Bord, die jederzeit das Steuer übernehmen können. Die Skepsis gegenüber rein von der Software geflogenen Flugzeugen dürfte sich durch die Probleme des Modells Boeing 737 Max noch einmal verstärkt haben. Denn hier sorgte eine fehlerhafte Software dafür, dass gleich zwei Maschinen abstürzten und 346 Menschen starben. Inzwischen hat Boeing auch offiziell eingeräumt, dass es sich um einen Konstruktionsfehler handelte und die Piloten an Bord keine Schuld traf. Das Vertrauen in komplett autonome Flugzeuge dürfte dies nicht gesteigert haben.

Die Aufsichtsbehörden müssen noch Regeln erlassen

Eine Umfrage des Softwareunternehmens Ansys kam zuletzt allerdings zu dem Ergebnis, dass immerhin rund siebzig Prozent der Befragten, bereit waren, in ein autonomes Flugzeug zu steigen. Ob dies viel oder wenig ist, dürfte eine Frage der Interpretation sein. Grundsätzlich wird wohl keine Airline bereit sein, auf rund 30 Prozent der Kunden zu verzichten. Gleichzeitig dürfte die Skepsis aber abnehmen, wenn erst einmal verschiedene autonome Flugzeuge aktiv sind und es zu keinen Problemen kommt. Zuvor allerdings sind die nationalen Aufsichtsbehörden am Zug: Sie müssen Regeln erlassen, wie die Flugzeuge zugelassen, überwacht und betrieben werden können. Experten gehen daher davon aus, dass der Job des Piloten noch einige Zeit lang sicher sein dürfte.


Via: Business Insider

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

2 Kommentare

  1. Olaf Barheine

    19. Juni 2019 at 08:54

    Aus Perspektive des Informatikers hätte ich allerdings mehr Vertrauen in die Technik eines autonomen Flugzeugs als in die eines Autos.Die Piloten sitzen ja seit Jahren quasi nur noch aus rechtlichen Gründen im Cockpit.

  2. fherb

    21. Juni 2019 at 21:55

    Die Airlines haben bisher kein Interesse an absoluten Kurzstrecken gezeigt. Auch, weil die Infrastruktur begrenzt ist. Kurze Strecken mit Rückflug zur Airbase sowie kleine Flugzeuge, mit wenig Passagieren sind optimale Ausgangslagen, wo sich die Einsparung des Piloten auswirken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.