1967 gelang es den Vereinigten Staaten eine Rakete von einer Plattform vor der Küste Kenias aus in den Weltraum starten zu lassen. Für viele Jahre hat dann lediglich noch Russland unter Beweis gestellt, dass es über ähnliche Fähigkeiten verfügt. Doch nun hat auch China erstmals eine Rakete vom Wasser aus starten lassen. Konkret startete eine Transportrakete vom Typ Langer Marsch 11 auf einer Plattform im Gelben Meer. Als Basis der Konstruktion diente ein riesiges Frachtschiff. An Bord der Rakete befanden sich insgesamt sieben Satelliten. Fünf davon sollen helfen, die Kommunikation auf der Erde zu verbessern. Bei den anderen beiden handelt es sich um experimentelle Wettersatelliten.


Flagge China
Foto: Alexander Trisko

Raketenstarts in der Nähe des Äquators reduzieren die Kosten

Grundsätzlich bringt die Fähigkeit, Raketen von einem Schiff aus zu starten, eine Reihe von Vorteilen mit sich. So kann der Raketenstart auf diese Weise möglichst nah am Äquator erfolgen. Dadurch wiederum gewinnt die Rakete nach dem Start aufgrund der Erdrotation schneller an Geschwindigkeit. Die Folge: Es wird weniger Treibstoff benötigt. Letztlich kann daher die selbe Menge an Material zu einem niedrigeren Preis ins All transportiert werden. Alternativ funktioniert auch der umgekehrte Ansatz: Es kann für die sonst anfallenden Kosten eine größere Nutzlast realisiert werden. Hinzu kommt, dass der Start auf See sicherer ist, weil möglicherweise herabfallende Teile nicht so eine große Gefahr darstellen.

Die Plattform soll auch anderen Ländern zugänglich sein

China will die neu gewonnenen Fähigkeiten nun zum einen nutzen, um das eigene Weltraumprogramm voranzutreiben. Zuletzt konnte die chinesische Raumfahrtbehörde in diesem Bereich einen Achtungserfolg erringen: Als erster Nation gelang es dem Reich der Mitte, eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes zu landen. Langfristig sollen zudem auch chinesische Astronauten auf den Erdtrabanten gebracht werden. Die Raketenstarts auf dem Wasser sollen aber auch international vermarktet werden. Länder, die nicht selbst über die nötige Infrastruktur verfügen, könnten dann gegen Bezahlung eigene Satelliten ins All bringen lassen. Dies kann beispielsweise für viele afrikanische Länder sinnvoll sein, die kein Geld für ein eigenes Raumfahrtprogramm haben.


Via: New Atlas

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