Fähren, die viel in Küstengebieten unterwegs sind, unterliegen besonders strengen Umweltauflagen. Anders als etwa Kreuzfahrtschiffe auf offener See dürfen sie kein Schweröl verbrennen und müssen auch sonst auf den Schadstoffausstoß achten. Daher lohnt sich bei diesen Schiffen die – zumindest teilweise – Umrüstung auf einen Elektroantrieb. Dies gilt auch für die norwegische Fähre MF Folgefonn, die dem finnischen Unternehmen Wärtsilä gehört. Die Fähre wurde bis zum Jahr 2012 ausschließlich von einem Dieselmotor angetrieben. Seitdem ist aber ein Hybridantrieb aktiv, der vor allem in Küstennähe für eine emissionsfreie Fahrt sorgt. Damit dies möglich ist, muss die integrierte Batterie allerdings regelmäßig aufgeladen werden – was sich bei Schiffen gar nicht so einfach darstellt.


Ab einer Distanz von einem halben Meter zur Anlagestelle wird die Batterie geladen

Denn Autofähren möchten nur möglichst wenig Zeit im Hafen verbringen. Der Zeitraum, in dem die einen Autos das Schiff verlassen und die nächste Ladung einfährt, ist daher knapp bemessen. Dies gilt insbesondere, wenn zunächst noch ein Kabel verlegt werden muss, um die Batterie zu laden.  Bei der MS Folgefonn ist dies nun Geschichte. Sobald sich das Schiff der Anlegestelle auf einen halben Meter nähert, wird mit dem Ladevorgang begonnen. Ermöglicht wird dies durch eine integrierte Ladeplatte mit Spulen, die auf dem Schiff verbaut wurde. Das Gegenstück dazu befindet sich an Land – wodurch die Batterie dank der magentischen Induktion geladen wird. Auf diese Weise kann eine Leistung von mehr als einem Megawatt übertragen werden.


Auch Elektroautos könnten so zukünftig kabellos geladen werden

Durch die neue Technik kann die Batterie während der Zeit im Hafen schneller und stärker geladen werden. Dies wiederum führt dazu, dass eine längere Distanz emissionsfrei gefahren werden kann. In letzter Konsequenz profitieren so also auch Umwelt und Klima. Bekannt ist die Technologie der magnetischen Induktion schon aus anderen Bereichen – etwa der Automobilindustrie. So hat das Fraunhofer Institut bereits vor mehr als zwei Jahren ein Elektroauto während der Fahrt geladen. Inzwischen arbeiten fast alle großen Automobilkonzerne an einer entsprechenden Lösung für den Endkundenbereich. Gut möglich, dass auch hier die Premiere in Norwegen stattfinden wird. Immerhin handelt es sich um das europäische Land mit dem höchsten Anteil an Elektroautos.

Via: Wärtsilä

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