Noch im Sommer war die Welt beim Autobauer Tesla in Ordnung: Das erste Fahrzeug der neuen Mittelklasselimousine Model 3 wurde zum angekündigten Termin produziert und anschließend medienwirksam an Elon Musk überreicht. Doch anschließend kam es zu einer Entwicklung, die Musk selbst als „Produktionshölle“ bezeichnete. Denn am Ende des dritten Quartals musste Tesla seine Anleger erstmals enttäuschen: Statt der angepeilten 1.500 Fahrzeuge wurden vom Model 3 lediglich 260 Autos gebaut. Nun wurde bekannt: Auch im vierten Quartal lief es nur unwesentlich besser. Analysten hatten damit gerechnet, dass die Produktionszahlen in den drei Monaten zumindest die Marke von 4.000 überschreiten würden. Tatsächlich wurden aber nur 1.550 Fahrzeuge ausgeliefert. Einige Anleger reagierten entsprechend: Der Aktienkurs fiel um knapp zwei Prozent.


Der erste Tesla Model 3 wurde noch fristgerecht ausgeliefert. Foto: Elon Musk

Die Produktionsprobleme sind vielschichtig

Denn auch die Prognose für die Zukunft klingt nicht gerade vielversprechend. Eigentlich sollte bereits im ersten Quartal die maximale Produktionskapazität von 5.000 Model 3 pro Woche erreicht werden. Nun verkündete Tesla allerdings, dass dieses Ziel wohl erst am Ende des zweiten Quartals erreicht wird – also fast ein Jahr nach Auslieferung des ersten Fahrzeugs. Die Probleme bei der Produktion des Model 3 scheinen vielseitig zu sein: So mussten Arbeitsabläufe bei der Produktion der Batterien in der Gigafactory überarbeitet werden. Außerdem gab es Probleme bei der Installation der Bandanlage in der Autofabrik, sodass die Fahrzeuge teilweise per Hand montiert werden mussten. Hinzu kamen Probleme mit den Mitarbeitern: Tesla feuerte hunderte Angestellte aufgrund mangelnder Leistungen.

Bei den anderen Modellen konnte Tesla neue Rekordwerte vermelden

Die Probleme mit dem Model 3 überdecken freilich etwas, dass Tesla mit seinen anderen Fahrzeugen weiterhin sehr erfolgreich ist. So konnten im vierten Quartal 2017 insgesamt 29.870 Autos ausgeliefert werden. Gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres stellt dies einen Anstieg um mehr als ein Viertel dar. Auf das Model S entfielen 15.200 Auslieferungen, während vom Model X 13.120 Einheiten den Kunden übergeben werden konnten. Klar ist aber: Die Vision von Tesla sieht vor, mit Elektroautos den Massenmarkt zu erobern. Dafür aber ist ein Erfolg des Model 3 unerlässlich. Es bleibt abzuwarten, wann es dem Konzern endlich gelingt, die Produktionsprobleme in den Griff zu bekommen.


Via: Quartz

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