Die Probleme beim Elektroautohersteller Tesla sind offensichtlich so groß, dass sie nun zur Chefsache werden. Denn eigentlich ist seit rund einem Jahr der Manager Doug Field für Produktion und Entwicklung verantwortlich. Diese Doppelrolle sollte dafür sorgen, dass die Autos so konzipiert werden, dass sie anschließend auch problemlos gefertigt werden können. Doch inzwischen zeigt sich: Bei dem neuen Mittelklassewagen des Konzerns läuft die Produktion dennoch nicht rund: So wurden in der letzten Märzwoche 2020 Model 3 zusammengebaut. Das Ziel lag aber eigentlich bei 2.500 Autos in der Woche. Im gesamten ersten Quartal konnten somit lediglich 9766 Exemplare des neuen Modells auf den Markt gebracht werden. Damit sich diese Zahlen zukünftig deutlich verbessern, machte Musk auf Twitter eine Ankündigung: Field wird sich zukünftig wieder auf den Entwicklungsbereich konzentrieren, während der Firmenchef persönlich die Produktion überwacht.


Statt der Villa in Los Angeles dient die Fabrik als Schlafstätte

Den Arbeitern vor Ort will Musk zudem durch eine einfache Geste zeigen, wie ernst er es meint: Er kündigte an, zukünftig wieder in der Fabrik übernachten zu wollen. Für den Unternehmer ist dies nicht ungewöhnlich. So besitzt er etwa im Silicon Valley gar keine eigene Wohnung. Hat er dort bis spät in die Nacht zu tun, fragt er stattdessen alte Freunde, ob er bei ihnen übernachten kann – und schläft dann etwa bei Google-Gründer Larry Page auf der Couch. Dieser Ansatz alleine dürfte allerdings noch nicht ausreichen, um die Produktionsprobleme bei Tesla zu lösen. Musk selbst betonte nämlich erneut: „Das Autogeschäft ist die Hölle“. Dies spricht dafür, dass es sich um strukturelle Probleme handelt. Gleichzeitig verkündete er das Ziel, bis Ende Juni die Marke von 2.500 Autos pro Woche erreichen zu wollen.

Zu viel Automatisierung sorgt für Probleme

Die Aktionäre des Konzerns scheinen in diesem Punkt zuversichtlich zu sein. Denn nach Verkündigung der aktuellen Produktionszahlen konnte sogar ein Kursgewinn verbucht werden. Zuvor allerdings war die Aktie mehrfach unter Druck geraten. So kam es zu einem tödlichen Unfall mit eingeschaltetem Autopilot, der Konzern musste den größten Rückruf der Firmengeschichte verkünden und Musk verkündete auf Twitter die pleite des Unternehmens – letzteres allerdings nur als Aprilscherz. Nicht ganz klar ist zudem, woran die Probleme bei der Produktion des Model 3 tatsächlich liegen. Hunderte Mitarbeiter wegen schlechter Leistungen zu feuern, hat jedenfalls nicht für die Lösung gesorgt. Einem Zeitungsbericht zufolge liegen die Probleme ohnehin woanders: Demnach sorgen zu viele Roboter für zu komplizierte Produktionsabläufe – weshalb die Fahrzeuge dann teilweise doch per Hand zusammengebaut werden mussten.


Via: Mashable

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3 Kommentare

  1. peter

    4. April 2018 at 17:09

    Finde es nicht so clever Tesla mit negativ Meldungen zu verknüpfen. Diese Fahrzeuge sind in jeder Beziehung ein Segen für die Welt. E.Musk sollte unterstützt und gefördert werden. Wer will denn weiter für die Oel Scheichs luxuriösem Leben zahlen ?

  2. Alexander Trisko

    4. April 2018 at 17:38

    Und aus diesem Grund sollten solche Nachrichten unterschlagen werden? Mit Verlaub, das ist absurd.

  3. Averroes

    9. April 2018 at 11:44

    Langsam stellt sich heraus, dass ein Grossmaul wie E. Musk eben nichts anderes kann, als grossmäulig zu sein. Autos zusammenbauen zu können, erfordert eben mehr Erfahrung, als von ihm geahnt. Ausserdem ist noch offen, ob die Batterieautos ueberhaupt irgendeinen Vorteil haben. Versuche mit dieser „Technologie“ gibt es, seit es Autos gibt. Sie haben sich jedoch nie – ausser in einigen Nischenfeldern – ernsthaft bewährt. Man stelle sich nur mal auf der Autobahn einen grösseren bzw. länger anhaltenden Stau vor, während dem ein Batterieauto nach dem anderen strommässig leerläuft: Was dann? Solarenergie?…?…?

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