Seit einigen Jahren verfolgt die NASA einen interessanten Ansatz: Routineflüge – etwa die regelmäßige Versorgung der ISS – sollen nicht mehr von der staatlichen Behörde durchgeführt werden. Stattdessen erhalten private Unternehmen den Zuschlag. Schon im Jahr 2014 wurde bekannt gegeben, dass Boeing und SpaceX zukünftig die Flüge zur internationalen Raumstation übernehmen werden. Doch genau dies könnte nun zum Problem werden. Zwar haben beide Unternehmen bereits unbemannte Versorgungsflüge durchgeführt, doch der Transport von Menschen ins All unterliegt deutlich höheren Sicherheitsanforderungen. Bisher konnten die zwei Privatunternehmen diese noch nicht erfüllen. Selbst die ersten bemannten Testflüge mussten nun erneut verschoben werden. Bei Boeing etwa soll der erste bemannte Flug nun nicht mehr im November stattfinden, sondern erst Mitte nächsten Jahres.


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Die Nutzung russischer Transportkapseln läuft nächstes Jahr aus

Der Grund dafür ist auch bereits bekannt: Vor kurzem kam es bei einem Test auf der Erde zu Problemen mit dem Triebwerk des Rettungssystems. Diese Schutzvorrichtung soll eigentlich dafür sorgen, dass sich die Transportkapsel im Notfall innerhalb weniger Sekunden von der Rakete entfernen kann. Doch offensichtlich sind die technischen Schwierigkeiten größer als von den Ingenieuren bei Boeing angenommen. Denn eigentlich sollten US-Astronauten bereits seit dem vergangenen Jahr mit den privaten Weltraum-Taxis zur ISS fliegen. Doch wegen der anhaltenden Verzögerungen muss die NASA aktuell weiterhin auf die Nutzung russischer Sojus-Kapseln zurückgreifen. Bisher ist die Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtbehörde aber nur bis zum nächsten Jahr fixiert. Im schlimmsten Fall besitzt die NASA anschließend vorübergehend keine Möglichkeit mehr, US-Astronauten zur ISS zu bringen.

SpaceX steht nach einer Explosion unter genauer Beobachtung

Während es bei Boeing also noch Probleme mit dem Sicherheitssystem gibt, hat SpaceX mit den Folgen einer Raketenexplosion zu kämpfen. Bereits im Jahr 2016 war eine Trägerrakete bei einem statischen Triebwerkstest explodiert. Dies machte natürlich auch die Experten der NASA hellhörig, die seitdem darauf drängen, dass der Konzern die Sicherheit der Rakete detailliert nachweist. Offensichtlich geht aber auch das nicht so schnell wie geplant. Die ersten bemannten Testflüge wurden bereits auf den April nächsten Jahres verschoben. Die Verzögerungen haben zudem das Government Accountability Office der Vereinigten Staaten auf den Plan gerufen. Das Urteil der Experten dort fällt klar aus: Beide Unternehmen hätten von Beginn an unrealistisch optimistische Zeitpläne präsentiert.


Via: Engadget

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