Die sogenannten Gigaliner sind bereits seit dem Jahr 2012 testweise auf den deutschen Autobahnen unterwegs. Mit einer Länge von 25,25 Metern sind sie in etwa ein Drittel länger als gewöhnliche LKWs. Die Idee dahinter: Weil die Lastwagen mehr Ladung transportieren können, müssen sie seltener fahren – was wiederum hilft, CO2-Emissionen zu vermeiden. Als Faustregel gilt dabei, dass konventionelle LKWs drei Fahrten absolvieren müssen, um die selbe Last ans Ziel zu bringen wie zwei Fahrten mit dem Gigaliner. Ende dieses Jahres läuft die Testphase nun aus und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt scheint mit den Ergebnissen durchaus zufrieden zu sein: Er kündigte an, dass die Riesenlaster ab Januar in den Regelbetrieb wechseln werden.


Umweltschützer kritisieren die Nutzung der Riesenlaster

Er stützt sich dabei auf die wissenschaftliche Auswertung der „Bundesanstalt für Straßenwesen“. Diese kommt zu dem Schluss, dass durch die Gigaliner tatsächlich Klimaemissionen vermieden wurden und auch keine zusätzliche Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer bestand. Kritiker allerdings zweifeln an dieser Analyse und verweisen auf einen möglichen Verdrängungseffekt. Denn die Riesenlaster verringern auch die Kosten für den Transport auf der Straße – worunter vor allem der klimafreundlichere Transport auf der Schiene leiden könnte. Verschiedene gesetzliche Vorgaben sollen diesen Effekt allerdings abmildern. So dürfen die Gigaliner auch nicht mehr Gewicht transportieren als klassische Lastwagen. Sie eignen sich also vor allem für Ladungen mit viel Volumen und eher wenig Gewicht.


Zwei-Drittel der Deutschen sind gegen die dauerhafte Einführung

Genau diese Waren eignen sich allerdings auch nicht besonders gut für den Transport per Güterzug. Kritiker und Umweltschützer gehen allerdings davon aus, dass langfristig auch die Gewichtsbeschränkung für die Riesenlaster aufgehoben wird. Die deutschen Autofahrer sind von den Gigalinern zudem ebenfalls alles andere als begeistert: Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge, sprechen sich Zwei-Drittel der Deutschen gegen den Transport mit den Riesenlastern aus. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat daher gemeinsam mit Daimler eine neue Untersuchung in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen der Gigaliner auf den Straßenverkehr noch einmal genauer unter die Lupe nehmen soll.

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