Die Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe gehören zu den Pionieren in Sachen Elektrobusse und testen in Mannheim ein besonderes System. Dabei werden die Busse an einigen Haltestellen während der ohnehin anfallenden Wartezeit per Induktionstechnik aufgeladen. Auf diese Weise sollen lange Ladezeiten, in denen keine Passagiere befördert werden können, verhindert werden. Doch was in der Theorie schlüssig klang, erwies sich in der Praxis als schwierig. Wie die Verkehrsbetriebe nun mitteilten, sollen keine weiteren Elektrobusse angeschafft werden. Der Grund: Diese erwiesen sich als nicht zuverlässig genug. Zwar funktionierte die Ladetechnik grundsätzlich sehr gut. Die geplante Strecke erwies sich aber als zu ambitioniert. Denn einer Fahrzeit von vierzig Minuten standen lediglich sechs Minuten Ladezeit gegenüber.


Die Technik von Primove kommt in Mannheim und Berlin zum Einsatz. Foto: Primove

Die Ausfallzeiten waren zu hoch

Dies genügte nicht. Auch weil Klimaanlage und Heizung jeweils hohe Ansprüche an den Akku stellten. Die Folge: Es kam immer wieder zu Verspätungen auf der Elektrobuslinie und oftmals musste dann doch ein Dieselbus eingesetzt werden. Außerdem mussten die emissionsfreien Fahrzeuge vergleichsweise häufig und lange in die Werkstatt. Dies kann man als Kinderkrankheiten einer neuen Technologie bezeichnen, sorgte aber dafür, dass die Busse nur in achtzig Prozent der Zeit verfügbar waren. Zum Vergleich: Die Dieselbusse kamen auf einen Wert von 99 Prozent. Die Kunden erwarten von den Verkehrsbetrieben allerdings in erster Linie einen pünktlichen und zuverlässigen Betrieb. Nach Ansicht des Managements scheint dies aktuell durch die Elektrobusse noch nicht gewährleistet werden zu können.

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Zuletzt aktualisiert am 15.12.2018

Weitere Tests finden in Braunschweig und Berlin statt

Neben den Verkehrsbetrieben sind an dem Projekt auch das „Karlsruher Institut für Technologie (KIT)“ und das „Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung“ beteiligt. Eine endgültige Bewertung der Tests steht daher auch noch aus. Die Tatsache, dass vorerst keine weiteren Busse angeschafft werden sollen, spricht aber zunächst einmal für sich. Parallel zu dem Projekt in Mannheim werden die Elektrobusse mit induktiver Ladetechnik auch in Braunschweig und Berlin getestet. Auch dort kam es verschiedenen Berichten zufolge zu vereinzelten Problemen. Weltweit führend beim Einsatz von Elektrobussen ist China. So sind im Reich der Mitte aktuell mehr als 170.000 E-Busse im Einsatz. Der weltweite Marktanteil liegt damit bei stolzen 98 Prozent.

Via: Mannheimer Morgen


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