Der Klimawandel wird gemeinhin (abgesehen natürlich von denjenigen, die ihn grundsätzlich leugnen) als eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angesehen. Ansätze wie die UN-Klimaverträge von Paris sind ein erster Ansatz, um den Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels entgegenzuwirken. Aber es muss mehr getan werden, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Sache mehr und mehr unserer Kontrolle entgleitet. Ein Team der Yale University warnt beispielsweise davor, dass die bereits existierende Erwärmung in den nächsten Jahrzehnten im Boden gebundenen Kohlenstoff lösen wird, das dann als freies CO2 in die Atmosphäre gelangt.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, CC BY-SA 2.0

Als gäbe es die Vereinigten Staaten von Amerika zweimal

Die Stabilität der im Boden gebundenen Kohlenstoff-Vorräte war im Laufe der letzten Jahrzehnte des Öfteren Teil der Debatte unter Klimaforschern und Geologen. Das Team der Yale University legte nun aber neue Ergebnisse vor, die sich vornehmlich auf die in der Arktis und Sub-Arktis gebundenen Kohlenstoff-Vorräte konzentrieren.

Carbon stores are greatest in places like the Arctic and the sub-Arctic, where the soil is cold and often frozen. In those conditions microbes are less active and so carbon has been allowed to build up over many centuries. But as you start to warm, the activities of those microbes increase, and that’s when the losses start to happen. The scary thing is, these cold regions are the places that are expected to warm the most under climate change„, so der Hauptautor der Studie, Thomas Growther.


Wenn die Temperaturen in der Arktis steigen, wird der Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Bis Mitte des Jahrhunderts, so warnen die Forscher, könnte dies vom Effekt her sein, als gäbe es die USA auf der Erde ein zweites Mal.

Biologisches Feedback verstärkt den anthropogenen Klimawandel

Die Ergebnisse der Forscher beruhen auf Daten, die in den letzten 20 Jahren gesammelt wurden. Für jedes Grad Erwärmung, so sagen sie voraus, werden 30 Petagramm Kohlenstoff in die Atmosphäre abgegeben (ein Petagramm sind 1.000.000.000.000 Kilogramm). Das entspricht etwa dem Doppelten der Menge, die durch Menschen jedes Jahr in die Atmosphäre gelangen.

In den Verträgen von Paris wurden 2 Grad Erwärmung als Grenze festgesetzt. Aktuell sind wir auf dem besten Weg, diese Grenze nicht einzuhalten. Aber selbst im besten Fall werden diese zwei Grad Erwärmung bis Mitte des Jahrhunderts 55 Billionen Kilogramm Kohlenstoff aus dem Boden in die Atmosphäre freigegeben werden, was etwa zusätzlichen 17 Prozent von den für diesen Zeitraum prognostizierten CO2-Ausstöße durch Menschen entspricht.

Die Wissenschaftler bezeichnen diesen Effekt als „biologisches Feedback“. Der anthropogen verursachte Klimawandel wird dadurch nur beschleunigt. „Getting a handle on these kinds of feedbacks is essential if we’re going to make meaningful projections about future climate conditions. Only then can we generate realistic greenhouse gas emission targets that are effective at limiting climate change„, so Growther weiter. Biologisches Feedback und seine Folgen sind ein Faktor, die das Erreichen von Klimazielen in den nächsten Jahrzehnten noch erschweren wird.

via NewAtlas

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