Auf der Grünen Woche in Berlin zu Beginn dieses Jahres bildeten sich vor allem an einem Stand lange Schlangen: Rund 5.000 Probierportionen des Insektenburgers von „The Bug Foundation“ wurden an die Besucher verteilt. Schon einige Tage vor dem Ende der Veranstaltung wurde der Stand daher wieder abgebaut. Auch wir waren vor Ort und konnten uns kurz mit den Gründern unterhalten. Diese kündigten schon damals an, zukünftig in deutschen Supermarktketten vertreten zu sein. Inzwischen ist bekannt: Der Insektenburger wird in einigen Rewe-Märkten und über die Webseite des Unternehmens verkauft. Nun wollen die beiden Gründer Baris Özel und Max Krämer zusätzliches Kapital aufnehmen, um die Expansion weiter voranzutreiben. Deswegen präsentieren sie ihren Burger nun in der Höhle der Löwen.


Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Seit diesem Jahr dürfen Lebensmittel aus Insekten in Deutschland verkauft werden

Anstelle von klassischem Rindfleisch werden bei den Burgern der Bug Foundation Bufallowürmer zu Pattys verarbeitet, die dann ganz normal gegrillt oder gebraten werden können. Der Name täuscht allerdings ein wenig: Genau genommen handelt es sich nämlich nicht um Würmer, sondern um die Larven eines Käfers. Der Verkauf des Burgers in Deutschland ist erst seit diesem Jahr möglich, weil zuvor Nahrungsmittel auf Insektenbasis hierzulande nicht zugelassen wurden. Erst eine EU-Richtlinie sorgte schließlich für die Öffnung des Marktes. Für die Bug Foundation brachte dies allerdings auch einen Vorteil mit sich: Die Gründer konzentrierten sich zunächst auf die Märkte in Belgien und den Niederlanden. Diese inzwischen erfolgreichen Auslandsmärkte dürften in der Höhle der Löwen nun ein Faustpfand darstellen.

In der Höhle der Löwen gibt es etwas zu probieren

Der Vorteil des Insektenburgers liegt im geringen Ressourcenverbrauch. So werden 100 mal weniger CO2-Emissionen verursacht und es wird 10 mal weniger Futtermittel benötigt als bei der klassischen Fleischproduktion. Außerdem werden deutlich weniger Flächen und weniger Wasser verbraucht. In der Höhle der Löwen dürften diese Vorteile aber nur einen Teil der Argumentation darstellen. Zusätzlich gibt es für die Löwen auch noch etwas zu probieren. Der Fleisch-Patty aus Buffalowürmern schmeckt etwas nussiger und ist etwas trockener als die klassische Variante des Rindfleisch-Burgers. Eher verpönt ist in der Höhle der Löwen hingegen der Hinweis auf das gewaltige Marktpotential. Trotzdem soll es hier erwähnt werden: Weltweit betrachtet stellen Nahrungsmittel aus Insekten einen Milliardenmarkt dar.


Frank Thelen hat sich als Food-Investor einen Namen gemacht

Schon in einer der vergangenen Staffeln war mit dem Bug Break ein Snack auf Insektenbasis in der Höhle der Löwen zu Gast. Damals war allerdings lediglich Frank Thelen bereits als Löwe dabei. Dieser dürfte auch von den Gründern der Bug Foundation als ein möglicher Investor angesehen werden. Immerhin hat er mit Little Lunch und Lizza bereits einige erfolgreiche Food-Investments getätigt. Die Vegetarierin Judith Williams wird hingegen diesmal nicht dabei sein, sondern durch ihren Geschäftspartner Georg Kofler vertreten. Die Stiftung Warentest hat dem Insektenburger jedenfalls bereits eine Art Gütesiegel verpasst und spricht von einer „guten Nährstoffzusammensetzung“ und rät zum probieren.

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