Der Niederländer Boyan Slat arbeitet seit einigen Jahren an seinem Projekt „The Ocean Cleanup“. Schon als Teenager entwarf er eine Konstruktion, die Plastikmüll auf dem Meer einsammeln sollte. Die Idee: Ein großer Fangarm in U-Form treibt über den Ozean und holt so all die Dinge aus dem Wasser, die dort nicht hingehören. Aus der Initiative einer Privatperson wurde schnell ein internationales Projekt, das von Universitäten, Unternehmen und der niederländischen Regierung unterstützt wird. Zu Beginn dieses Jahres musste die Unternehmung aber einen schweren Rückschlag einstecken. Die eigens in den Great Pacific Garbage Patch geschleppte Konstruktion erwies sich als ungeeignet. Anders als geplant, sammelte sich kein Plastikmüll in den Armen des Fängers.


Bild: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup

Ein Anker sorgt für die richtige Geschwindigkeit

Letztlich musste die Anlage dann beschädigt wieder an Land geschleppt werden. Analysen ergaben schließlich, dass die Barriere nicht schnell genug unterwegs war. Der Plastikmüll wurde daher einfach wieder aus den Fangarmen herausgespült. Die beteiligten Entwickler entschieden sich daher für den umgekehrten Ansatz: Sie statteten die Anlage mit einem Seeanker aus. Dadurch wird die Geschwindigkeit verlangsamt und der Abfall sammelt sich an der künstlichen Barriere. Inzwischen ist die modifizierte Anlage zurück auf dem Ozean und hat ihre Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt. An der rund 600 Meter langen Röhre und dem drei Meter hohen Vorhang sammelt sich tatsächlich jede Menge Plastikmüll. Noch wichtiger: Dieser verbleibt auch dort und wird nicht wieder fortgeschwemmt.

Deie grundsätzliche Funktionsfähigkeit wurde unter Beweis gestellt

Den Angaben der Organisatoren zufolge wurde die ganze Bandbreite an Abfall eingefangen: Von kleinen Mikroplastik-Partikeln bis hin zu industriellen Fischernetzen. Bis Dezember soll die Barriere nun noch inmitten des großen pazifischen Müllstroms verbleiben. Anschließend wird sie zurück in den Hafen geschleppt. Das eingesammelte Plastik kann dort dann fachgerecht entsorgt werden. Ist dies geschehen, soll eine noch größere Anlage gebaut werden, die den eingesammelten Müll für längere Zeit aufnehmen kann. Das Ziel des Projekts ist klar: Die Ozeane sollen von möglichst viel Plastikmüll gesäubert werden. Genug zu tun ist auf jeden Fall noch. Alleine im Great Pacific Garbage Patch befinden sich Schätzungen zufolge rund 1,8 Billionen Plastikteile.


Via: The Ocean Cleanup Project

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