Es ist eine doch recht überraschende Statistik: Alleine die drei Häfen in Rotterdam, Antwerpen und Gent sind für ein Drittel der CO2-Emissionen in den BeNeLux-Staaten verantwortlich. Für die Regierungen ist es aber logischerweise keine Option, den Handel mit der Außenwelt einfach einzustellen. Stattdessen wurde vor Ort über eine technische Lösung des Problems nachgedacht. Die Idee: Das CO2 könnte wieder aus der Luft gefiltert und dann unterirdisch gespeichert werden. Die dazu nötigen Speicherkapazitäten scheinen vorhanden zu sein. Denn es ist angedacht, das Klimagas über eine Pipeline in ehemalige Gasfelder unterhalb der Nordsee zu pumpen. Da dort Erdgas für Millionen von Jahren lagerte, ist davon auszugehen, dass aus den Lagerstätten auch kein CO2 entweichen wird.


Bild: user:Quistnix [CC BY 1.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/1.0)]

Zehn Millionen Tonnen CO2 pro Jahr könnten unter die Nordsee gepumpt werden

Die drei in Frage kommenden ehemaligen Gasfelder befinden sich rund 21 Kilometer vor der niederländischen Küste und rund drei Kilometer unter dem Meeresboden. In einem ersten Schritt soll eine Pipeline durch den Hafen von Rotterdam gelegt werden. Später könnten dann die beiden anderen Häfen an das etwas ungewöhnliche Entsorgungssystem angeschlossen werden. Voll ausgebaut ließen sich auf diese Weise jährlich rund zehn Millionen Tonnen CO2 einfangen und dauerhaft speichern. Dies könnte den Häfen etwas Zeit verschaffen, um die CO2-Emissionen langfristig zu verringern. Denn klar ist: Irgendwann werden die Speicher voll sein. Eine dauerhafte Lösung des Problems ist also auch die Speicherung unterhalb der Nordsee nicht. Dies gilt selbst dann, wenn sich noch weitere ehemalige Gasfelder neu befüllen ließen.

In der Vergangenheit erwiesen sich ähnliche Ideen als zu teuer

Hinzu kommen technische Schwierigkeiten. Auch deshalb soll die geplante erste Pipeline frühestens im Jahr 2026 den Betrieb aufnehmen. In der Vergangenheit hatte sich nämlich gezeigt, dass solche und ähnliche Projekte in der Regel deutlich teurer wurden als geplant. So stellte die Europäische Union Anfang des Jahrtausends rund eine Milliarde Euro für sechs CO2-Speicher zur Verfügung. Letztlich konnte aufgrund ausufernder Kosten aber keines der Vorhaben realisiert werden. Hinzu kommt: Noch ist unklar, wie sich die unterirdische Speicherung und der Bau der Pipeline auf die Umwelt und das lokale Ökosystem auswirken würde. Die niederländische Regierung und die Europäische Union haben daher zwar Interesse an der Idee eines CO2-Speichers unter der Nordsee bekundet, bisher aber noch keine finanziellen Zusagen gemacht.


Via: The Guardian

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