Die menschliche Würde ist unverletzlich, doch wie steht um die Würde des Tieres? Schaut man sich um, wie die Menschen mit Tieren umgehen, scheint es damit gar nicht weit her zu sein. Wenn unsere innere Stimme uns nicht gebietet, anderen Lebewesen Respekt zu zollen, dann müssen staatliche Gesetze es richten: So hat Luxemburg nun die Würde des Tieres gesetzlich festgeschrieben; wie wirkt sich diese Regelung in der Praxis aus?


Die Würde des Schweines ist unverletzlich.

Schweizer Kühe dürfen nicht länger als 14 Tage im Stall stehen

Die Schweiz machte es im Jahr 2008 vor, sie verankerte die Würde der Tiere im Gesetzbuch. Hinzu kommen vielerlei tierfreundliche Vorschriften, wie zum Beispiel, dass Kühe mindestens 90 Tage pro Jahr auf die Weide gehen müssen und nicht länger als 14 Tage hintereinander im Stall verbringen dürfen. Trotz bestehender Tierschutzgesetze ist Deutschland davon leider meilenweit entfernt, denn die Formulierungen fallen allzu vage aus. Die Gesetzesstelle „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“ lässt zum Beispiel absolut offen, was unter einem »vernünftigen Grund« zu verstehen ist.

Tierschützer: Der Erlass muss sich erst in der Praxis erweisen

Im Juni verabschiedete Luxemburg nun sein Tierwürdegesetz, das im Grunde auch wenig genaue Definitionen liefert. Darum sind die Tierschützer im Land nicht allzu euphorisch, schließlich muss sich ein solcher Erlass erst einmal in der Praxis als wahre Wohltat erweisen. Immerhin lässt sich an dieser Stelle sagen: Es war ein langer Weg bis dahin, dass führende Politiker überhaupt einmal die Würde der Tiere anerkennen und diese öffentlich bekunden. Allzu oft werden unsere Mitgeschöpfe noch immer als Produktionsmittel, Arbeitsgeräte oder Freizeitbespaßung angesehen. Vielleicht lässt sich aus der Gesetzgebung also ein bereits vorhandener Bewusstseinswandel ablesen, der im Laufe der Zeit seine Wirkung entfaltet: Anlass zur Hoffnung, also, sowohl für die zahlreichen Tierfreunde als auch für die geschundenen Lebewesen in Luxemburg und ganz Europa.


Die Würde der Kuh ist unverletzlich.

»Massentierhaltung dürfte nicht mehr existieren«

Das Tierschutzgesetz in Luxemburg sieht vor, dass Tiere nicht mehr aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet werden dürfen. Auch das Züchten für die Gewinnung von Häuten und Pelzen ist nun verboten, ebenso wie das betäubungslose Schlachten. Eigentlich sollten die Gesetze noch weiter reichen, doch die Zeit dafür scheint noch nicht da zu sein. „Wenn man den Begriff der Tierwürde ernst nimmt, dürfte die Massentierhaltung eigentlich nicht mehr existieren“, äußerte sich Edmund Haferbeck, der Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA.

Quelle: greenpeace-magazin.de

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