Tilos ist eine kleine griechische Insel im Mittelmeer mit rund 500 Einwohnern. Im Sommer müssen allerdings rund doppelt so viele Menschen mit Strom versorgt werden, weil dann zahlreiche Touristen auf die Insel strömen. Bisher basiert die Energieversorgung auf fossilen Brennstoffen. So befindet sich auf der Insel Kos ein Dieselkraftwerk, dessen Strom mithilfe eines Unterwasserkabels nach Tilos transportiert wird. Besonders sinnvoll ist diese Konstruktion nicht. Zum einen stellt das Verfeuern von Diesel eine enorme Belastung für Umwelt und Klima dar. Zum anderen kommt es auf Tilos aber auch immer wieder zu Stromausfällen aufgrund tektonischer Verschiebungen am Meeresboden. Die Europäische Union hat daher Gelder zur Verfügung gestellt, um die kleine Insel unabhängig von Energieimporten zu machen.


Bild: Ulrich Scherf [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Bisher kommt keine Mittelmeerinsel ohne fossile Energieträger aus

Kernstück des Konzepts namens TILOS („Technology Innovation for the Local Scale“) sind eine 800-kW-Windturbine und eine 160-kw-Solaranlage. Der dort produzierte Strom kann zudem in ein Speichersystem mit einer Kapazität von 2,4 MWh eingespeist werden. Auf diese Weise ist eine Stromversorgung rund um die Uhr gewährleistet. Der Einsatz von smarten Stromzählern und ähnlichen Technologien soll zudem dafür sorgen, dass sich Stromproduktion und -nachfrage ein wenig angleichen. Aktuell wird rund 70 Prozent des Strombedarfs der Insel über Erneuerbare Energien gedeckt. Zukünftig soll dieser Wert aber auf 100 Prozent steigen. Damit besäße Tilos im Mittelmeer dann ein Alleinstellungsmerkmal. Allerdings fördert die Europäische Union ähnliche Projekte auch in Deutschland, Spanien, Frankreich und Portugal.

Das Konzept kann auch auf andere Bereiche übertragen werden

Die Frage, wie kleine und abgelegene Inseln mit Strom versorgt werden können, stellt sich aber natürlich nicht nur in Europa. Das Ziel des Projekts ist es daher auch, hier Erfahrungen zu sammeln, die dann zu intelligenten Lösungen auf der ganzen Welt beitragen können. Nicht immer muss es sich zudem um klassische Inseln im Wasser handeln. Vielmehr lässt sich das grundlegende Konzept natürlich auch auf abgelegene Dörfer ohne Anschluss an das öffentliche Stromnetz übertragen. Zwei Kriterien sind dabei von besonderer Bedeutung: Die Stromversorgung soll ohne fossile Energieträger auskommen und vollkommen autark sein. Ob dabei dann verstärkt auf Wind-, Solar- oder Wasserkraft gesetzt wird, hängt von den lokalen Bedingungen und den zuvor gemachten Erfahrungen ab.


Via: Treehugger

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1 Kommentar

  1. Lutz Wedel

    18. Oktober 2018 at 15:30

    Schleierhaft, weshalb in Griechenland bei der Sonnenscheinintensität und ~dauer sowie der stetig wehende Wind nicht konsequent mehr auf die Nutzung von Sonnen – und Windenergie gesetzt wird. Auf die Insel Tinos ( Sitz der Steinmetzschule) könnte man das auf Tilos verwandte Konzept ohne weiters übertragen. In Athen fällt teilweise das Atmen schwer – ein unglaubliches Gemisch aus Auto – und Kraftwerksabgasen, was dazu führt, dass die Marmorstatuen zerfließen wie Schnee in der Sonne – doch kaum sichtbare Solartechnik auf den Dächern.

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