Der Sommer ist Urlaubszeit. Viele zieht es ans Meer. Neben Zielen in Europa stehen da auch exotischere Urlaubsziele auf dem Plan. Und wer Urlaub am Meer macht, der muss natürlich auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten. Aber gerade dieser kann für die Umwelt gefährlich werden. Die Inhaltsstoffe der Sonnencremes und -sprays lösen sich im Wasser und können dort zur Gefahr für das Ökosystem werden. Speziell für Riffe. Wir verraten euch, worauf ihr achten müsst, damit eure Sonnencreme nicht zur Gefahr für Riffbewohner wird.


Kalte Sonne
Foto: Cold Sun, Mark Vegas, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gefährliche Inhaltsstoffe vermeiden

Die zwei Chemikalien, die für Ökosysteme im Meer am schädlichsten sind, sind Octinoxat und Oxybenzon, das auch als Benzophenon bezeichnet wird. Beide Chemikalien sind in relativ vielen Sonnenschutzmitteln enthalten und sollen die Haut vor Verbrennungen schützen, indem sie die schädlichen UV-Strahlen in Hitze umwandeln. Im Wasser werden beide Chemikalien allerdings zu einer Gefahr, die Korallen um ihre natürliche Abwehrfähigkeiten bringen kann. Die empfindlichen Strukturen werden so angreifbarer für Korallenbleichen. Außerdem können die Chemikalien den Wachstum von Korallen mindern.

Bereits geringe Mengen der beiden Chemikalien können gravierende Folgen für Korallenriffe haben. In Hawaii müssen die Riffe etwa Jahr für Jahr etwa 6.000 Tonnen Sonnencreme verkraften, was etwa um den Faktor zehn mehr ist als sie eigentlich vertragen können. Allerdings ist Sonnencreme nicht die einzige Quelle für Octinoxat und Oxybenzon. Beide Chemikalien können auch über Abwasser ins Meer gelangen, da viele Kläranlagen nicht dafür ausgelegt sind, sie aus dem Wasser zu filtern.


Auch die silikonbasierten Chemikalien Cyclopentasiloxan und Cyclomethicon solltet ihr meiden. Diese gelten als wahre Wundermittel für die Haut, haben aber schädigende Wirkung auf die Reproduktionsorgane von Meerestieren.

Welche Inhaltsstoffe sind sicher?

Sonnenschutz, der sicher für Unterwasser-Ökosysteme sind, basieren normalerweise auf Mineralien und enthalten Zink- und Titaniumoxid. Diese Inhaltsstoffe haben keine negativen Auswirkungen auf Riffe. Mineralbasierte Sonnencremes werden nicht durch die Haut absorbiert, sondern bilden eine Art Schutzschicht auf der Hautoberfläche. Sonnencremes mit Mineralpartikeln über 100 Nanometer (Non-Nano) gelten als sicher für Korallenriffe.

Cremes statt Sprays

Generell solltet ihr Sprays vermeiden, die den Sonnenschutz als Aerosol auftragen. Bei dieser Applikationsart landet relativ viel des Sonnenschutzes in der Luft und anschließend im Sand, um dann den WEg ins Wasser zu finden. Aerosol-Sprays sind außerdem schädlich für das Atemsystem von Menschen, weshalb sie eine schlechte Wahl darstellen.

Auch Etiketten achten

Immer mehr Hersteller kennzeichnen ihren Sonnenschutz entsprechend, wenn dieser als sicher für Korallenriffe gilt. Das ist zwar ein löblicher Schritt, allerdigns lohnt es sich dennoch, auf die Liste der Inhaltsstoffe zu schauen. Da es diesbezüglich kein normiertes Label gibt, sind viele als „rifffreundlich“ deklarierte Produkte eben genau dies nicht. Es existieren auch keinerlei Regeln, die festlegen, wann ein Unternehmen seine Produkte als sicher für Korallenriffe und Ökosysteme unter Wasser bezeichnen darf.

Je weniger Chemikalien, desto besser

Generell gilt, beim Gang an den Strand auf so viele chemische Pflegeprodukte wie möglich zu verzichten. Denn: Umso weniger Chemikalien ins WAsser gelangen, desto besser. Also vermeidet es, zu viele chemische Körperpflegeprodukte zu nutzen, bevor ihr an den Strand geht.

Da auf Sonnencreme nicht verzichtet werden kann (und sollte), solltet ihr darauf achten, einen Sonnenschutz zu kaufen, der möglichst wenige schädliche Inhaltsstoffe enthält.

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