Auf der Hannover Messe hat ein Tischtennisroboter namens Forpheus einige Ballwechsel mit dem aktuellen Weltranglistendritten Dimitrij Ovtcharov absolviert. Dabei war klar zu sehen, dass die Maschine versuchte sich an das Niveau des Profispielers anzupassen und extrem schwierige Bälle zu spielen. Bei normalen Ballwechseln gelang dies auch bereits ziemlich gut. Sobald Ovtcharov allerdings Schmetterbälle mit viel Drall spielte, konnte er den Ballwechsel für sich entscheiden. In einem ernsthaften Match wäre der Roboter dem Menschen also noch unterlegen gewesen. Dies gilt allerdings nur für echte Profis. Hobbyspieler dürften von Forpheus durchaus schon an ihre Grenzen gebracht werden. Entwickelt wurde der Roboter von der vietnamesischen Firma Omron, die damit ihre Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz demonstrieren will.


Foto: Omron

Der Roboter verbessert sein Spiel kontinuierlich

Die Basis des rund drei Meter großen Roboters bilden zwei Kameras, die die Bewegungen des Balles und des Gegners aufzeichnen. Ein Algorithmus analysiert dann achtzig Bilder pro Sekunde und ist so im Normalfall in der Lage zu berechnen, wo der Ball landen wird. Aufgrund dieser Information wird dann der Schläger in Bewegung gesetzt und kann den Ball ins Feld zurückspielen. Gleichzeitig wird aber auch die Spielweise des Gegners kontinuierlich analysiert. Dies geschieht aus zwei Gründen: Zum einen passt sich Forpheus so dem Niveau des Gegners an und ermöglicht lange und lehrreiche Ballwechsel. Zum anderen wird der Roboter auf diese Weise aber auch selbst immer besser, weil er sich auf bestimmte Techniken einstellen kann – etwa die Bälle mit Schnitt von Ovtcharov.

Beim Tischtennis sollen verschiedene Technologien präsentiert werden

Theoretisch ist der Roboter also in der Lage als idealer Trainingspartner für ambitionierte Tischtennisspieler zu dienen. Bisher plant Omron aber keine Vermarktung in diese Richtung. Der Grund dafür ist simpel: Die Maschine ist für die Vereine schlicht noch viel zu teuer. Vielmehr soll Forpheus die Fortschritte im Bereich des Roboterbaus und der künstlichen Intelligenz auf anschauliche Art und Weise darstellen. Zum Einsatz kommen sollen die verschiedenen Technologien dann aber eher bei speziell für den Einsatz in einer Fabrik konzipierten Maschinen. Die ebenfalls auf der Hannover Messe anwesende Bundeskanzlerin nutzte die Gelegenheit daher auch zu einem Aufruf: Deutschland müsse im Bereich der künstlichen Intelligenz eine Aufholjagd starten und sich schnell in der Weltspitze etablieren.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.