Es handelt sich nur um kurze 90 Meter, doch sehen wir ein Zeugnis für die Zukunft vor uns: Kölns erster Solarweg nutzt die Fläche gleich in mehrfacher Hinsicht optimal aus. Er besteht aus insgesamt 150 robusten, befahrbaren Solarmodulen und wurde einfach auf den Boden geklebt.


Symbolbild

Der Entwickler investierte viel eigenes Geld

Teuer ist er gewesen, der kurze High-Tech-Radweg, doch handelt es sich schließlich erst einmal nur um einen Pilotversuch. Irgendwann soll eine solche Solarstrecke »nur noch« 250 Euro je Quadratmeter kosten, doch aktuell liegt der Preis noch weit darüber. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – und wer nicht frühzeitig investiert, der verpasst den Anschluss! Der Ingenieur und Maschinenbauer Müller-Judex hielt sich genau an dieses Motto und tüftelte mit seinem Startup Solmove seit 2014 an Solarmodulen für die Straße. Er investierte viel eigenes Geld in dieses Projekt und sammelte sogar Spenden und Freundes- und Verwandtenkreis. Heute beschäftigt er immerhin schon zwei Mitarbeiter und freut sich, bei der Einweihung seines multifunktionalen Prototyps in Erftstadt dabei sein zu dürfen.

Pro Jahr speist der Solarweg 16.000 kWh ein

Müller-Judex stand mit seinen Forschungen und Basteleien in den letzten Jahren nicht alleine da: Der RWTH Aachen, zwei verschiedene Fraunhofer-Institute und die Universität Bayreuth hatten sich seinen Bemühungen angeschlossen, um genau die passenden Materialien zu entwickeln. Das Ergebnis sollte nicht nur lichtdurchlässig, rutschfest und maximal belastbar sein, sondern natürlich auch eine hohe Energieausbeute liefern. Pro Jahr speist der Weg nun etwa 16.000 kWh ins deutsche Stromnetz ein, bringt Schnee und Eis zum Schmelzen und wirkt noch dazu lärmisolierend. Ein wichtiger Beitrag also für die Sicherheit der Radfahrer, ebenso wie für die städtische Lebensqualität: Es müsste nur deutlich mehr von solchen Wegen geben.


Die Module könnten demnächst auch Verkehrsströme messen

Das verwendete Glas hielt im Labortest die Belastung von 1,5 Lastwagen aus. Daraus folgt, dass es in Zukunft auch für echte Straßen verwendet werden könnte, wo es dann, ausgestattet mit entsprechenden Sensoren, Verkehrsströme misst und zu deren Lenkung beiträgt. Die Module sind schon heute mit einer besonderen Konvertertechnik versehen, die die elektrische Spannung reduziert, damit keine Menschen oder Tiere zu Schaden kommen. Wir sehen: Bei Projekten dieser Art muss an vieles gedacht werden – und vielleicht wirft die Probenutzung noch weitere Fragen auf, die eine Antwort erfordern.

Quelle: spiegel.de

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