Die Technologie des Hyperloops steckt noch in den Kinderschuhen. Dies sieht man schon daran, dass bisher noch keine Transportkapsel tatsächlich die versprochenen Geschwindigkeiten erreicht hat. Die Firma Hyperloop Transportation Technologies (HTT) hat sich für einen etwas ungewöhnlichen Weg entschieden, um die Entwicklungsarbeit weiter voranzutreiben: Das sogenannte Crowdsourcing. Vereinfacht ausgedrückt bringen also Experten und Firmen aus aller Welt ihr Wissen ein – und erhalten im Gegenzug Anteile an dem Unternehmen. Nun könnte dem Unternehmen ein wichtiger Schritt hin zu einem kommerziellen Erfolg gelungen sein: In der chinesischen Stadt Tongren soll eine rund zehn Kilometer lange Teststrecke errichtet werden. Diese wiederum könnte die Basis bilden, um später ein Netz an Vakuumröhren im Reich der Mitte zu etablieren.


Bild: Hyperloop Transportation Technologies

Es handelt sich um ein Joint Venture mit dem Staat

Wie fast immer bei Investitionen in China wird das Projekt allerdings nicht alleine von HTT betrieben, sondern es musste ein chinesisches Joint Venture gegründet werden. Aktuell halten die Provinzregierung und die Firma daran jeweils fünfzig Prozent. HTT hat aber auch noch die Option, einen Teil der Anteile an Investoren weiter zu reichen. Dies könnte zur Finanzierung des Projekts notwendig werden. Denn die Kosten sollen zwischen den beiden aktuellen Anteilseignern hälftig aufgeteilt werden. Auch sonst wird es eine gewisse Arbeitsteilung geben: HTT ist vor allem dafür zuständig, ein Konzept zu entwerfen und die notwendige technische Expertise bereit zu stellen. Gebaut werden sollen die Teststrecke und die Transportkapseln dann aber vor Ort in China von lokalen Kräften.

Gebaut wird in einer staatlichen Sonderwirtschaftszone

Die Stadt Tongren liegt in der chinesischen Provinz Guizhou und wurde unter anderem aufgrund ihrer ungewöhnlichen Topographie ausgewählt: Die neue Technologie kann hier auf vergleichsweise kurzen Strecken auf vielen verschiedenen Terrains getestet werden. Ebenfalls eine Rolle gespielt haben dürfte aber auch der Fakt, dass die Provinz bereits seit knapp 20 Jahren eine staatlich geförderte Sonderwirtschaftszone ist. Tongren wiederum liegt rund 400 Kilometer entfernt von der Provinz-Hauptstadt Guiyang. Sollte sich der Betrieb auf der Teststrecke als erfolgreich erweisen, könnte es nahe liegen, anschließend eine Verbindung zwischen Tongren und Guiyang zu bauen. Angst vor neuen Transporttechnologien hat man in China eher nicht: Immerhin ist es das einzige Land weltweit, in dem der deutsche Transrapid fährt.


Via: Engadget

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