Über neunzig Prozent der Atomwaffen weltweit befinden sich in den Händen von Russland und den Vereinigten Staaten. Mit diesem Arsenal könnten sie die Welt gleich mehrfach komplett in Schutt und Asche legen. Aber auch wenn die Beziehungen zwischen den beiden Ländern schon einmal besser waren, ist ein solcher globaler Atomkrieg eher nicht zu erwarten. Experten warnen aber seit einiger Zeit davor, dass die Gefahr eines lokalen Atomkriegs zwischen Indien und Pakistan stark gestiegen ist. Eine Studie von US-Klimaforschern hat nun die möglichen Folgen eines solchen Konflikts berechnet. Sie gingen dabei von einem Szenario aus, in dem die beiden Länder jeweils einen Großteil ihrer Atomwaffen gegen Großstädte im jeweiligen Nachbarland einsetzen würden.


Das wären die Folgen:

1. Millionen Tote: Durch die Wucht der Explosionen, die Strahlung und die entstehenden Brände würden unmittelbar zwischen 50 und 125 Millionen Menschen sterben. Zum Vergleich: Der rund sechs Jahre dauernde Zweite Weltkrieg kostete Schätzungen zufolge 60 bis 65 Millionen Menschenleben.


2. Globale Eiszeit: Die nuklearen Explosionen und die ausgelösten Brände würden enorme Mengen Rauch freisetzen. Dieser gelangt dem Szenario zufolge bis in die Stratosphäre und verringert die Sonneneinstrahlung. Die Folge: Die Temperaturen auf der Erde sänken um 3 bis 5,5 Grad Celsius. Damit wäre in etwa das Niveau der letzten großen Eiszeit vor 21.000 Jahren erreicht.

3. Weniger Regen und Schnee: Weil aufgrund der kühleren Temperaturen weniger Wasser in den Ozeanen verdampft, reduzieren sich auch die Niederschläge – und zwar überall auf der Welt. In Indien und Pakistan selbst könnte es sogar jahrelang nicht mehr regnen.

4. Hungersnöte: Niedrigere Temperaturen und weniger Niederschläge bleiben natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die globale Lebensmittelproduktion. Die Forscher gehen hier von einem Minus in Höhe von 15 bis 30 Prozent aus. Betroffen von einer solchen Nahrungsmittelknappheit wären rund zwei Milliarden Menschen weltweit.

Die Studie soll vor dem Einsatz von Atomwaffen warnen

Nach rund zehn Jahren hätte sich dann zwar die Atmosphäre soweit erholt, dass die globalen Folgen wieder verschwänden. Große Teile Südostasiens wären auch dann allerdings noch unbewohnbar. Die Autoren der Studie haben die Prognosen daher auch nicht aus reiner Neugier berechnet. Vielmehr geht es ihnen darum, den handelnden Personen in Indien und Pakistan die schrecklichen Folgen eines Atomkriegs vor Augen zu führen – selbst wenn dieser nur lokal begrenzt bliebe. Auslöser der Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten ist vor allem die von beiden beanspruchte Region Kaschmir. Internationale Bemühungen diesen Konflikt zu lösen und so die atomare Situation vor Ort zu entspannen, blieben in der Vergangenheit allerdings erfolglos.

Via: University of Colorado Boulder

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