Urlaub und Reisen ist etwas Tolles. Vor allem heutzutage: Relaxen am Ostseestrand, Trekken in Nepal, Faulenzen in der Karibik, All-Inclusive-Urlaub auf Mallorca oder Höhlentauchen in Thailand: Grenzen werden im Grunde nur durch das vorhandene Budget gesetzt. All diese Möglichkeiten haben natürlich auch eine Schattenseite: Der CO2-Fußabdruck des modernen Tourismus steigt immer weiter an. Forscher der University of Sydney haben diesen nun erstmals über die komplette Versorgungskette beziffert – die Ergebnisse sind erschreckend.


Foto: Mark Harkin (VH-OQC A380 Qantas) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Umfassender Analyse der Tourismus-Emissionen

Die Wissenschaftler aus Sydney untersuchten dabei nicht nur den CO2-Fußabdruck von Flug-, Zug- und Autoreisen, sondern bezogen auch Hotels, Restaurants und sogar die Souvenir-Industrie mit ein. Das Ergebnis: Die Tourismusbranche hat einen entscheidenden Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen. Und dieser ist größer als gedacht.

Die entsprechende Studie entstand in einem Zeitraum von anderthalb Jahren unter Leitung der renommierten Integrated Sustainability Analysis Gruppe der Universität von Sydney und kam zu dem Ergebnis, dass die vom weltweiten Tourismus verursachten Treibhausgas-Emissionen vier Mal so hoch sind wie bisher angenommen und etwa ein Zehntel der globalen Gesamtemissionen ausmachen.


„Our analysis is a world-first look at the true cost of tourism—including consumables such as food from eating out and souvenirs—it’s a complete life-cycle assessment of global tourism, ensuring we don’t miss any impacts. This research fills a crucial gap identified by the World Tourism Organization and World Meteorological Organization to quantify, in a comprehensive manner, the world’s tourism footprint„, so Dr. Arunima Malik von der School of Physics der Universität Sydney.

Flugreisen sind eine besondere Belastung

Laut den Forschern kann sowohl der technische Fortschritt als auch die Möglichkeit, CO2-Emissionen finanziell auszugleichen in Zukunft eine Rolle dabei spielen, die Emissionen zu senken. Für die unmittelbare Anwendung haben die Wissenschaftler zwei Tipps bereit: Unnötiges Fliegen vermeiden und CO2-Emissionsausgleich zahlen. Denn nach wie vor bleiben Flüge einer der größten Faktoren, wenn es um CO2-Emissionen im Tourismus geht. Die traurige Wahrheit aber ist: Bei einer Reise von Australien nach Europa etwa können CO2-Ausgleichszahlungen mehrere Hundert Euro ausmachen. Menschen, die ein Jahr lang auf ihren Jahresurlaub sparen, können sich dies oft nicht leisten. Mittelfristig können CO2-Steuern oder ein Ausbau des CO2-Handelssystems zur Lösung der Problematik beitragen.

Die Forscher bezogen in ihre Studie 189 Länder sowie alle dem Tourismus zuarbeitende Versorgungsketten ein. Angeführt wird die Liste der Tourismus-Sünder von den USA, China, Deutschland und Indien, wobei erwähnt werden sollte, dass die Studie bei Flügen nicht zwischen Urlaubs- und Geschäftsreisen unterscheiden konnte. In Destinationen wie den Malediven, Mauritius, Zypern oder auf den Seychellen verursacht der Tourismus zwischen 30 und 80 Prozent aller Emissionen.

So reduziert ihr im Urlaub euren CO2-Fußabdruck

Niemand sollte wegen dieser Meldung auf seinen wohlverdienten Urlaub verzichten. Aber ein paar einfache Überlegungen können dabei helfen, den Urlaub etwas emissionsneutraler zu gestalten. Als erstes solltet ihr die Wahl des Verkehrsmittels überdenken. Auf innereuropäischen Strecken sind Zugverbindungen oft eine gute Alternative zu Flugreisen. Hinzu kommt, dass Pauschalurlauber ihr Reiseziel mit Bedacht wählen sollten. Wer sowieso nur am Hotelpool liegen will, der muss dafür nicht in ein armes Land fliegen, in dem die Bereitstellungen der für westliche Pauschaltouristen normalen Annehmlichkeiten aufgrund der schlechten Infrastruktur mit enormen Aufwand verbunden sind. Ein gutes Beispiel für diese Art Urlaub ist die Hotelindustrie in der Dominikanischen Republik.

Außerdem hilft es, statt in Souvenirgeschäften bei lokalen, „normalen“ Händlern einzukaufen. Generell gilt, dass der verursachte CO2-Abdruck umso kleiner wird, je mehr ihr euren Lebensstil im Urlaubsland an die Bevölkerung angleicht. Dass das nicht immer möglich und wahrscheinlich noch seltener wünschenswert ist, versteht sich von selbst. An der Tatsache, dass ein Backpacker in Neuseeland (oder wo auch immer) weniger Emissionen verursacht als ein wohlbetuchter Pauschalurlauber, ändert das jedoch nichts.

via Phys.org

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