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Mit der Setsuna-Studie möchte der japanische Autohersteller Toyota auf der Milan Design Week, die Mitte April stattfindet, für Aufsehen sorgen. Der Zweisitzer wird von einem Elektromotor angetrieben und besteht vorwiegend aus verschiedenen Holzarten. Je nachdem wie der Flitzer gepflegt wird, welchen Witterungen er ausgesetzt wurde und wie alt er ist, nimmt das Fahrzeug eine ganz eigene Note an. Der Setsuna (japanisch Moment) soll die sich verändernde Beziehung zwischen Mensch und Auto näher durchleuchten.

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Holzauto mit E-Motor und ohne Schrauben und Nägel

Bei der richtigen Pflege ist Holz ein durchaus über mehrere Jahre hinweg haltbares Material. So auch die Intention von Toyota bei dem optisch so ziemlich gelungenem Projekt. Fern erinnert der Setsuna an die gute alte Seifenkiste, wo ein Lenkrad schon Luxus war. Vielmehr beschränkte sich ein Großteil der Konstruktionen auf eine bewegliche Vorderachse, wobei mit den Beinen gelenkt wird.

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Der Setsuna wird von morgen bis zum 17. April 2016 auf der Milan Design Week in der Via Tortona 31 in Mailand ausgestellt. Der Holz-Flitzer ist 3,03 Meter lang, 1,48 breit und 97 cm hoch. Im Inneren trägt der Zweisitzer eine breite Holzplatte. Das Exterieur ist aus japanischem Zedernholz gefertigt und der Rahmen besteht aus Birke. Das Holz wurde formschlüssig zusammengefügt. Schrauben und auch Nägel sucht man vergebens.

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Das Konzept soll zeigen, dass Autos, die über eine längere Zeit im Familienbesitz sind, auch einen ganz besonderen Wert für diese haben und folglich mit geprägt werden. Als kleines Gadget hat Toyota einen 100 Jahr-Zähler verbaut, der die Zeit der Generationen messen soll. Über den Elektromotor hat sich Toyota bisher noch nicht weiter geäußert. Vielleicht werden im Laufe der Woche noch weitere Informationen mitgeteilt. Wir werden dann den Artikel entsprechend ergänzen. Insgesamt sieht das Holzauto schon ziemlich schnittig und gelungen aus. Für den Sommer ein durchaus tauglicher Flitzer und Eyecatcher zugleich.

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Weitere hochauflösende Bilder zu dem hölzernen Toyota Setsuna, hält der Autohersteller im Presseportal bereit.

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Deutsche Unis arbeiten ebenfalls an einem umweltfreundlichen Holzauto

Die Vision von einem Auto, das größtenteils aus nachwachsenden und recyclebaren Rohstoffen besteht und auch noch mit einem sauberen Antrieb versehen ist, ist nicht neu. Schon 2009 begannen Studenten der Uni Merseburg, der TU Chemnitz und der Hochschule für Kunst und Design Burg Halle ein futuristisches und umweltfreundliches Holzauto zu bauen. Der Holz-Flitzer betseht zu 70 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und 90 Prozent können komplett recycelt werden. Dank der Kombination aus Elektro- und Brennstoffzellen-Antrieb beträgt die Reichweite bei einer maximalen Geschwindigkeit von 85 km/h knapp 500 Kilometer. Wohlgemerkt, das Konzept ist schon fast sieben Jahre alt. Für die Karosserie, den Rahmen und die Blattfedern wurde Eschenholz verwendet. Im Innenraum kommt unter anderem Baumwolle zum Einsatz. Leichtigkeit aber auch Stabilität gewährt der Pappwabenkern. Eine ebenfalls sehr gelungene Studie, die zeigt in welche Richtung es in Zukunft gehen könnte.

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