Autos besitzen heute deutlich mehr Sensoren als in der Vergangenheit. Selbiges gilt folgerichtig auch für die Menge an erfassten Daten. Schon seit einiger Zeit wird darüber diskutiert, ob und wie die so gewonnenen Informationen zusätzlich genutzt werden können. Doch ethische und rechtliche Beschränkungen engen das Spielfeld für die Autobauer ein. So hätten Autoversicherer zwar vermutlich Interesse an Daten über die Fahrweise der eigenen Kunden. Diese dürfen aber nicht weiter gegeben werden. Toyota testet seit diesem Monat nun einen völlig anderen Ansatz in den Städten Tokio und Osaka. Dort geben ohnehin vernetzte Autos die Information weiter, inwiefern der Scheibenwischer aktuell im Einsatz ist. Was auf den ersten Blick etwas merkwürdig klingt, könnte durchaus Sinn ergeben.


Die orangen Punkte stehen für eingeschaltete Scheibenwischer. Graue Punkte signalisieren ausgeschaltete. Bild: Toyota

Aus den Scheibenwischer-Daten wird eine Regenkarte in Echtzeit

Denn die so gewonnenen Informationen werden in Kooperation mit der Firma Weathernews ausgewertet. Diese betreibt eine App, in der die Nutzer unter anderem sehen können, wo es gerade regnet und wie sich die Situation entwickelt. Mithilfe der Daten von Toyota sollen diese Angaben zukünftig noch präziser werden. Die Logik dahinter liegt auf der Hand: Ist der Scheibenwischer eines fahrenden Autos aus, regnet es offensichtlich nicht. Zusätzlich lässt sich anhand der eingestellten Stufe auch erkennen, wie stark der aktuelle Regenguss eigentlich ist. Mithilfe dieser Informationen kann dann eine Art interaktive Karte erstellt werden, auf der zu sehen ist, wann und wo es geregnet hat. Genau dies werden Toyota und Weathernews nun tun.

Einige Besonderheiten erschweren die Analyse

Zu Beginn sollen die mithilfe der Scheibenwischer erfassten Daten regelmäßig mit den Informationen eines Regenradars abgeglichen werden, um zu sehen, inwieweit die Realität tatsächlich erfasst wird. Denn natürlich kann es sein, dass ein vermeintlich dauerhaft trockenes Gebiet in Wahrheit ein Tunnel ist. Auf dicht befahrenen Autobahnen bleiben die Scheibenwischer zudem teilweise auch nach der eigentlichen Regenschauer noch an, weil vorausfahrende Autos Wasser aufwirbeln. Nach und nach soll das System aber in die Lage versetzt werden, solche Besonderheiten zu erkennen. Langfristig wäre es dann denkbar, die Daten der vernetzten Autos mit in die aktuelle Wetterprognose einzubeziehen und so zusätzliche und genauere Informationen zur Verfügung zu stellen.


Via: New Atlas

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