Mali rückte schlagartig in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, als sich die französische Armee im Januar 2013 zum Eingreifen im Kampf gegen Islamisten und Tuareg-Rebellen gezwungen sah. Bis heute befinden sich internationale Soldaten in dem Land, die versuchen die Stabilität und Ordnung wiederherzustellen. Dabei ist aber nicht nur militärischer Einsatz notwendig, sondern auch clevere Ideen in der Entwicklungsarbeit werden gebraucht. So beispielsweise die Idee, eine nubische Tradition wiederzubeleben und Häuser aus Lehm zu bauen.


Große Moschee
Große Moschee von Djenne gilt als Vorbild für traditionelle nubische Lehmbauweise

Energieeffizient und kostengünstig

Diese traditionelle Bauweise, mit einem charakteristisch gewölbten Dach, besitzt gleich mehrere Vorteile. Erstens schonen sie die Umwelt, weil kein Holz benötigt wird und die wenigen Bäume der Umgebung somit erhalten bleiben können. Zweitens ist der Hausbau in ländlichen Gebieten so deutlich günstiger, weil keine Materialien teuer aus den Städten herangeschafft werden müssen. Und letztlich ist diese Form der Bauweise nicht ohne Grund in Nordafrika entstanden: Die Wölbung des Daches sorgt dafür, dass die Häuser sich deutlich langsamer erhitzen als normale Bauten aus Holz und Blech.

Technik ist schnell zu erlernen

Wiederentdeckt wurde diese Technik durch den ägyptischen Architekten Hassan Fathy. Dieser befasste sich seit Jahren mit dem Bau günstiger Häuser für die Armen – vor allem in den ländlichen Gebieten Malis. Dabei besuchte er das nubische Dorf Abu al-Riche und adoptierte die dort verwendete Lehmbauweise für seine eigenen Projekte. Die Dorfbewohner können die neue Art des Bauens dabei recht schnell erlenen und dann selbstständig neue Häuser errichten. Neben Mali wurden bereits auch in Burkina Faso und Senegal Häuser in der nubischen Lehmbauweise errichtet.


Dabei können nicht nur einfache Häuser aus Lehm gebaut werden, sondern auch größere öffentliche Gebäude. So gibt es inzwischen bereits zahlreiche Moscheen – und sogar eine katholische Kirche – die in traditioneller nubischer Lehmbauweise errichtet wurden.

Quelle: Digital Journal

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