Eigentlich gilt Deutschland in Sachen Abfall weltweit als vorbildlich. So verschwindet die klassische Plastiktüte aus immer mehr Läden und die Mülltrennung wird teilweise mit extrem großer Akribie betrieben. Eine Statistik des Umweltbundesamtes zeigt nun aber, dass auch hierzulande in einigen Bereichen noch Nachholbedarf besteht. So werden in Deutschland jährlich pro Kopf 220,5 Kilogramm an Verpackungsmüll verbraucht. Dies ist nicht nur mehr als in der Vergangenheit, sondern auch im europäischen Vergleich ein sehr schlechter Wert: Der EU-Durchschnitt liegt bei 167,3 Kilogramm. Die Schuld kann dabei keineswegs nur auf die Industrie geschoben werden. Denn rund die Hälfte des Verpackungsmülls fällt in Privathaushalten an. Die Gründe für den hohen Verbrauch in Deutschland sind vielfältig.


Das sind die Gründe für den Anstieg beim Verpackungsmüll

So verweisen Experten darauf, dass es immer mehr Haushalte mit nur wenigen Personen gibt. Dementsprechend werden auch häufiger kleinere Portionen statt der großen Familienpackung gekauft. Der immer stärker wachsende Online-Handel trägt zudem ebenfalls zu der Problematik bei, weil die Produkte gleich zweimal verpackt werden müssen. Hinzu kommt: Der Trend zum Coffe-to-Go und die Auslieferung von Essen sorgen ebenfalls dafür, dass mehr Verpackungsmüll anfällt als in der Vergangenheit. Hier zeigt sich aber auch schon, dass jeder etwas tun kann, um zumindest seine eigene Bilanz ein wenig zu verbessern – etwa durch die Nutzung eines Mehrwegbechers beim Kaffeekauf. Das Umweltbundesamt appelliert gleichzeitig aber auch an die Hersteller von Produkten auf unnötige Verpackungen zu verzichten.


Die Recyclingquote variiert stark

Ist der Müll erst einmal angefallen, stellt sich zudem die Frage: Was passiert damit? Im Idealfall setzt der Verwertungskreislauf ein und die Materialien werden recycelt. Hier zeigt sich allerdings, dass die Recyclingquote je nach Art der Verpackung sehr unterschiedlich ausfällt. Bei Glas (85,5 Prozent) und Papier (88,7 Prozent) liegt sie sehr hoch, während es bei Kunststoffen (49,7 Prozent) und Holz (26 Prozent) noch erhebliches Verbesserungspotential gibt. In diesem Bereich wird sich zukünftig auch der Gesetzgeber einschalten. So tritt im nächsten Jahr ein neues Verpackungsgesetz inkraft. Darin ist festgeschrieben, dass die Recyclingquote bei Kunststoffen bis zum Jahr 2022 auf 63 Prozent steigen soll. Noch besser ist es aber natürlich, wenn erst gar kein Verpackungsmüll anfällt.

Via: Umweltbundesamt (PDF)

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