Klimaschutz wird zumeist mit der Reduktion der CO2-Emissionen verbunden. Tatsächlich handelt es sich aber nur um das am weitesten verbreitete Klimagas. Im Weltklimavertrag von Paris werden hingegen auch noch zahlreiche andere Substanzen genannt – unter anderem auch Octafluorcyclobutan. Das Treibhausgas ist besser bekannt unter der Abkürzung F-318 und vor allem aus einem Grund problematisch: Es besitzt eine extrem stabile Struktur. Rein statistisch dauert es mehr als 1.000 Jahre bis die Moleküle in der Atmosphäre abgebaut sind. Jedes Jahr melden die Staaten der Weltgemeinschaft daher, wie viel F-318 sie ausgestoßen haben. Das Problem: Die angegebenen Werte stimmen nicht mit den Zahlen aus Messstationen auf aller Welt überein. Tatsächlich wurde mehr F-318 emittiert als gemeldet.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Vierzig Prozent der Emissionen wurden im Osten Chinas lokalisiert

Konkret geht es um rund 2.000 Tonnen pro Jahr. Dies klingt auf den ersten Blick nicht nach besonders viel. Aufgrund der langen Lebensdauer lassen sich die Auswirkungen auf den Klimawandel aber mit der Emission von 20 Millionen Tonnen CO2 vergleichen. Forscher haben daher Daten aus zwölf Messstationen weltweit ausgewertet. Indem sie die gemessenen Emissionen mit den Wetterdaten der vorangegangenen Tage in Verbindung brachten, konnten sie zudem auch ungefähr feststellen, wo diese verursacht wurden. Das Ergebnis: Rund vierzig Prozent des Ausstoßes wurde im Osten von China lokalisiert. Zunächst geriet daher die Halbleiter- und Elektronikindustrie in Verdacht. Doch diese Industrien sind auch in anderen Staaten der Region stark vertreten, in denen kein erhöhter Ausstoß gemessen wurde.

Rasterfahndung brachte die Klima-Detektive ans Ziel

Also suchten die Forscher weiter nach Produkten, bei deren Herstellung F-318 freigesetzt werden kann und die auch im Osten Chinas produziert werden. Diese Art der Rasterfahndung brachte die Klima-Detektive dann auf die Spur der Bratpfannen. Denn diese werden mit Teflon beschichtet, um weniger haftbar zu sein. Bei der Teflon-Herstellung allerdings kann es passieren, dass F-318 freigesetzt wird. In Europa und Nordamerika hat es sich daher standardmäßig durchgesetzt, die fraglichen Nebenprodukte schlicht zu verbrennen und so den Austritt in die Atmosphäre zu verhindern. In China, dem größten Teflon-Produzenten der Welt, hat sich diese Praxis aber noch nicht überall etabliert. Inzwischen haben dies auch einige der betroffenen Unternehmen eingeräumt. Klimaschützer dürften die chinesische Regierung nun drängen, den Ausstoß von F-318 zu reduzieren.


Via: DLF

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