Wenn die Zeit knapp und der Druck immer höher wird, ist der Griff zu einem Ghostwriter für einige Studenten dann doch nicht mehr so abwegig. Es entwickelt sich förmlich ein Trend zur Akademisierung. So streben die jungen Studierenden immer bessere Abschlüsse an, um später auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Der Rückgriff auf Ghostwriter, was teilweise sogar Kommilitonen sein können, ist für die einen ein Geschäft und für die anderen ein Segen. Die Studierenden setzen sich dabei jedoch auch einigen Gefahren aus und können neben empfindlichen Geldstrafen sogar ihre Ausbildung auf das Spiel setzen.


Ghostwriter - dices containing the word ghostwriter, a book, glasses and a fountain pen.
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Gut ist nicht mehr gut genug

Wissenschaftsbeiträge, Fachartikel, Reden, Hausarbeiten und Masterarbeiten aus den Federn von Ghostwritern sind eigentlich ein Tabu-Thema. Die Betonung liegt hier jedoch auf eigentlich. Ghostwriter können sich oftmals nicht über mangelnde Aufträge beklagen und profitieren letztlich auch von dem stets wachsenden Druck, der auch Akademiker vermehrt einholt. Ein Staatsexamen schaffen manche mit sehr viel Mühe, allerdings genügt das bloße Bestehen heutzutage nicht mehr. Der Ansporn ist mit unter den Besten zu sein, denn nur die bekommen einen gut bezahlten Job, der auch noch einigermaßen Privatleben zulässt. Hausarbeiten und auch Bachelor- und Masterarbeiten können an einen Ghostwriter ausgelagert werden. Die Anbieter tummeln sich im Netz und werben damit, dass das wissenschaftliche Arbeiten beherrscht wird. Und in der Tat trifft man hier auf versierte und oftmals auch studierte Experten. Die führenden Plattformen sieben schlechte Schreiber recht schnell aus, denn die sind nicht gut für das Geschäft.

Problematisch wird das Ganze allerdings dann, wenn unsauber gearbeitet und die Quellenangaben nicht so stimmig sind. Zudem besteht auch immer die Gefahr eines Plagiats. Die Ausrede „Ich kann ja nichts dafür, schließlich habe ich die Arbeit nicht geschrieben“, dürfte denkbar schlecht sein. Es bleibt also immer ein gewisses Restrisiko.


Ghostwriter machen sich bisher nicht strafbar

Wissenschaftliche Arbeiten sind eigene Prüfungsleistungen. Wer diese outsourct, der betrügt, macht sich bislang aber nicht strafbar. Einzelne Universitäten behalten sich jedoch empfindliche Strafen vor. Werden Studierende erwischt, winkt ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Studenten, die für andere Studenten die Prüfungsarbeiten schreiben, können bisher jedoch nicht rechtlich belangt werden. Hier klafft eine Regelungslücke. Internetplattformen, die die Dienste von Ghostwritern anpreisen, sind allerdings nicht verboten. Die Anbieter argumentieren, dass lediglich „Ideen“ für die Arbeiten geliefert werden. Wenn die Studenten diese Inspirationsquelle dann als eigene Arbeit verwenden, liegt das in deren Verantwortungssphäre.

Der deutsche Hochschulverband setzt sich seit geraumer Zeit schon dafür ein, den Straftatbestand des Wissenschaftsbetrugs einzuführen. Sollten die Bemühungen auch Früchte tragen, droht den Ghostwritern für das Wissenschafts-Resort eine Geldstrafe. In besonders schweren Fällen kann sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren ausgesprochen werden.

Ghostwriter für Flirtportale

Ghostwriter bieten ihre Dienste jedoch nicht nur für die Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten, sondern schreiben auf Wunsch auch Reden, Lieder, Fachartikel, Businesspläne und vieles mehr. Auch auf Singleplattformen entwickelt sich ein Trend zum Ghostwriting. Dabei übernehmen Auftragsschreiber beziehungsweise Auftragsschreiberinnen das Flirten im Netz. Mit einem „Experten“ im Boot lässt sich der potentielle Partner dann doch etwas leichter bezirzen. Das Date müssen die Hauptpersonen dann jedoch selbst wahrnehmen. Auch beim Verlieben kann der Auftragsschreiber nicht weiterhelfen.

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