Manchmal wird auch die schrägste Satire irgendwann zur Realität. So gab es in der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ bereits vor 16 Jahren eine Folge, in der Immobilienmogul und Reality-TV-Star Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde. Eine Idee, die damals unvorstellbar schien, inzwischen aber zur Realität wurde. Aber auch in der britischen Serie „Black Mirror“ gibt es eine Folge, die sich hervorragend als Parabel auf die Wahl Donald Trumps interpretieren lässt. Dabei geht es um die Comicfigur Waldo, einem blauen Bären, der sich um gesellschaftliche Konventionen nicht schert und Star einer Satiresendung ist. Spaßeshalber wird der Bär, der immer wieder mit Entgleisungen auf sich aufmerksam macht, dann zunächst für die Lokalwahl aufgestellt. Am Ende erobert die pöbelnde Comicfigur schließlich sogar die Weltherrschaft.


Die Serie lässt den Zuschauer nachdenklich zurück

Tatsächlich hatten die Macher der Serie damals aber gar nicht Donald Trump im Sinn, sondern den heutigen britischen Außenminister Boris Johnson. Die Waldo-Kandidatur lässt sich aber problemlos auf den Aufstieg einer ganzen Reihe von populistischen Politikern in aller Welt übertragen. Die Folge ist daher ein gutes Beispiel für die Stärke der innovativen Serie. Denn obwohl die Szenarien oft grotesk überzeichnet sind und teilweise mit extremen Zukunftsvisionen arbeiten, ist doch stets ein wahrer Kern vorhanden, der den Zuschauer nachdenklich und mit einem leicht unbehaglichen Gefühl zurücklässt. Die Details der einzelnen Folgen mögen dabei nicht besonders realistisch sein, die tiefer liegenden Aussagen treffen aber oftmals auf ein ohnehin vorhandenes Unbehagen.


Die Individualität droht verloren zu gehen

In der Regel geht es dabei nicht um Politik. Vielmehr werden in den einzelnen Folgen sehr unterschiedliche Zukunftsvisionen erzählt. So erzählt die Folge „Das transparente Ich“ von einer Welt, in der jeder seine schönsten und schlimmsten Erinnerungen jederzeit in einem Film abrufen kann. Was zunächst praktisch klingt, bringt in der Realität absurde Auswüchse mit sich: So kann irgendwann kein Flug mehr gebucht werden, ohne dass die Sicherheitsbehörden sich zuvor den Erinnerungsfilm angeschaut haben. Dies bringt natürlich ein Mehr an Sicherheit mit sich, bedeutet aber auch das Ende der Privatsphäre. Trotz all der verstörenden Zukunftsvisionen ist Black Mirror aber keineswegs als Warnung vor sämtlichen technischen Neuerungen zu verstehen. Vielmehr ist die Serie eine Hommage an die Individiualität und Unangepasstheit und wirbt dafür, diese auch in Zeiten von Populismus und Digitalisierung nicht aufzugeben.

Alle Folgen von Black Mirror sind beim Streamingdienst Netflix zu sehen.

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1 Kommentar

  1. Trumper

    17. Januar 2017 at 13:57

    Trump wird einerseits gnadenlos unterschätzt http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=413993 setzt er doch sein vermeintliches Gepoltere und seinen Populismus nur geschickt für seine Zwecke als Master-‚Dealmaker‘ ein. Adererseits wird er als der Gottseibeiuns verteufelt, dabei hat er ca. ein halbes Jahrhundert Geschäftserfahrung hinter sich, etwas, das den meisten US-Politikern, ebenso wie Auslandserfahrung, abgeht. Trump als Immobilienhai z.B. wird weniger einen schweren zerstörerischen Krieg riskieren als Obama (Stipendiat > Senator und Hochschullehrer > Präsident) oder die Clintons (Rechtsanwälte und Staatsbedienste, Gouverneur, Präsident(Aussenministerin) die stets nur von Staatsknete gelebt haben, selbst zu Anwaltszeiten.

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