Seit dem Jahr 2010 gilt der Zugang zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht. Doch noch ist die Weltgemeinschaft weit davon entfernt, tatsächlich eine flächendeckende Versorgung sicherstellen zu können. So besagt der diesjährige Wasserbericht der Vereinten Nationen, dass noch immer mehr als zwei Milliarden Menschen ohne sichere Wasserversorgung auskommen müssen. Dies ist mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung. Wenig überraschend leben die meisten der Betroffenen Menschen in eher armen Ländern. Aber auch in Europa und Nordamerika gibt es keinen wirklichen Grund zur Zufriedenheit. Selbst in diesen eigentlich reichen Regionen müssen rund 58 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser auskommen. Der Bericht identifiziert drei Faktoren, die den Zugang erheblich erschweren.


Diese 3 Punkte verschlimmern die Situation

1. Diskriminierung:


Gruppen, die ohnehin schon innerhalb einer Gesellschaft diskriminiert werden, sind oftmals auch vergleichsweise stark von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Ein Beispiel dafür sind etwa die indigenen Völker in Kanada. Grundsätzlich lässt sich diese Problematik aber in fast allen Ländern weltweit beobachten.

2. Das Leben auf dem Land:

Schon die reinen Zahlen sprechen hier eine klare Sprache: In den Städten sind global betrachtet immerhin 64 Prozent der Haushalte an ein Abwassersystem angeschlossen. Auf dem Land sind es lediglich neun Prozent. Diese Unterversorgung kann auf Dauer zum massiven Problem werden, weil dadurch beispielsweise immer mehr Menschen in die Städte ziehen.

3. Flucht und Vertreibung:

Gerade in vielen Flüchtlingslagern ist die Versorgung mangelhaft. Der Grund dafür ist oftmals keine böse Absicht, sondern schlicht ein Mangel an Finanzierung. Kriegerische Auseinandersetzungen und bewaffnete Konflikte sorgen somit immer auch dafür, dass weniger Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben.

So sieht die Situation in Deutschland aus

Deutschland wird von den Autoren des Berichts ausdrücklich gelobt. So verfügt hierzulande so gut wie jeder über sauberes Trinkwasser und kann sichere sanitäre Anlagen verwenden. Allerdings tragen die deutschen Konsumenten teilweise dazu bei, die Wasserknappheit in anderen Regionen der Welt zu verstärken. Dies ist immer dann der Fall, wenn Produkte gekauft werden, die bei der Herstellung viel Frischwasser verbrauchen und aus eher trockenen Regionen stammen. Dies trifft etwa auf Baumwolle und Rindfleisch zu, aber auch auf die Avocado. Nicht zuletzt aufgrund dieser Wasserexporte leben viele Länder von der Substanz. Sie verbrauchen also mehr Frischwasser als auf lange Sicht gut wäre.

Via: Süddeutsche Zeitung

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.