Wasser hat das Potenzial, zu einer der rarsten Ressourcen in den kommenden Jahrzehnten zu werden. Schon jetzt hat knapp eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das ist zugegebenermaßen zu einem nicht geringen Teil ein Verteilungsproblem, aber an Beispielen wie dem US-Bundesstaat Kalifornien sieht man ganz gut, dass Wassermangel ein echtes Problem sein kann. Ein großer Teil des weltweiten Wasserverbrauchs fällt auf die Landwirtschaft. Mit einer Kombination aus modernen und alten Anbaumethoden ließen sich beim Pflanzenanbau große Mengen Wasser sparen – Bemühungen, für die wir in der Zukunft durchaus dankbar sein könnten.


Foto:  Vineyard, Ed Clayton, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Vineyard, Ed Clayton, Flickr, CC BY-SA 2.0

Dry Farming kombiniert moderne und alte Methoden

Nach Angeben der Vereinten Nationen könnte bis zum Jahr 2025 ein Viertel der bis dahin auf 10 Milliarden Menschen angewachsenen Weltbevölkerung unter dem Wassermangel leiden. Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung von wassersparenden Anbaumethoden deutlich. In der Umgebung von Städten haben einige Farmer bereits auf einen Anbau ohne Erde gewechselt. Wasser wird über einen Nebel aus feinen Tröpfchen an die Pflanzen gebracht. So können im Vergleich zum herkömmlichen Anbau bis zu 95 Prozent Wasser gespart werden.

Trockene Farmen können jedoch auch in eher altertümlichen Anbaumethoden Inspiration finden. Bereits vor einigen Hundert Jahren entwickelten Farmer Methoden, um auch mit der Verwendung von Erde beim Anbau so viel Wasser wie möglich zu sparen. Dabei wurde die Muttererde so vorbereitet, dass sie möglich viel Feuchtigkeit speichern kann. Die wurde durch Mulchen, Bedeckung des Bodens mit Pflanzen und andere Praktiken erreicht. Trockene Farmen profitieren außerdem von geografischen Begebenheiten wie Bergen und Hügeln, an deren Fuß sich größere Mengen Wasser sammeln.


Wassersparende Methoden müssen jetzt für die Zukunft implementiert werden

Trockene Anbaumethoden haben sich bisher als äußerst geeignet für den Weinanbau herausgestellt. In Frankreich ist das Bewässern von Weinreben per Gesetz verboten, um die Winzer dazu zu bringen, die Reben nur in geeigneten Gebieten anzubauen. Außerdem soll trockenes Farmen auch dazu beitragen, dass das Endprodukt qualitativ besser wird. „We don’t believe you can make a wine that has true character, or at least the character of your vineyard, unless it’s dry farmed. Because only if it’s dry farmed will it have that connection with the soil„, so Tod Mostero, der bei einem bekannten Winzer in Kaliforniens Nappa Valley arbeitet.

Bill Davies von der University of Lancaster hat eine weitere Methode für trockenes Farmen entwickelt, die er als „Root Drying“ bezeichnet. Dabei werden die Wurzeln einer Pflanze in zwei Sektionen unterteil, die alternierend bewässert werden während die andere Hälfte trocken bleibt. Dieser Prozess hat sich besonders beim Anbau von Reis bewährt. Reisanbau verschlingt für gewöhnlich unfassbare Wassermengen, was besonders deshalb problematisch ist, weil er für einen Großteil der Weltbevölkerung als Grundnahrungsmittel dient. Schätzungen gehen davon aus, dass der Anbau von Reis etwa für ein Drittel des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich ist.

Schon heute macht das Klima den Anbau von Pflanzen in vielen Gegenden zu einer Herausforderung. Dieser Zustand wird sich in Zukunft nur noch zuspitzen. Eine Reaktion auf diese Veränderungen sollte besser zu früh als zu spät erfolgen.

via Inhabitat.com

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