Die Dürre im vergangenen Jahr hat den deutschen Landwirten stark zugesetzt. Zukünftig könnten sie mit solchen Problemen aber noch deutlich öfter zu kämpfen haben. Denn Studien prognostizieren, dass rund die Hälfte der europäischen Agrarflächen bald von Trockenstress bedroht sein werden. Verantwortlich dafür: Der Klimawandel und die damit einhergehende Erderwärmung. Wissenschaftler arbeiten daher schon seit einiger Zeit daran, die angebauten Pflanzen fit für längere Trockenphasen zu machen. Dies kann durch konventionelle Züchtung geschehen – dauert so aber vergleichsweise lange. Schneller geht es durch den Einsatz der CRISPR-Genschere. Diese nimmt gezielt Veränderungen am Erbgut einer Pflanze vor. Dadurch wird diese im besten Fall resistenter gegen Schädlinge oder benötigt weniger Wasser zum überleben.


Hinrich [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs sorgt für Probleme

Der Clou: Die gleichen Veränderungen könnten auch auf herkömmlichen Wege erreicht werden. Durch die Genschere geht es nur deutlich schneller. Dennoch urteilten die Richter am Europäischen Gerichtshof vor einiger Zeit: Mit der CRISPR-Genschere behandelte Pflanzen sind genau so zu behandeln wie andere gentechnisch veränderte Organismen. Konkret hat dies zur Folge, dass die Produkte erst nach einer aufwändigen und teuren Sicherheitsprüfung auf den Markt gebracht werden dürfen. Aus Sicht vieler Wissenschaftler ergibt das Urteil allerdings keinen Sinn. Aus ihrer Sicht müsste die Notwendigkeit einer eingehenden Prüfung davon abhängen, wie stark das Genom einer Pflanze verändert wurde. Welche Methode dafür genutzt wurde sollte hingegen keine Rolle spielen.

Gentechnik ist nicht gleich Gentechnik

Insgesamt 117 europäische Forschungseinrichtungen haben daher einen offenen Brief an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission geschrieben. Darin fordern sie, die Regelungen zum Einsatz der CRISPR-Genschere in der Landwirtschaft deutlich zu vereinfachen. Ihr Argument: Wenn bei einer Pflanze mit der Genschere lediglich eine leichte Veränderung am Erbgut vorgenommen wurde, ist diese von einer konventionell gezüchteten Pflanze nicht zu unterscheiden. Dementsprechend ist sie auch genau so sicher. Anders sieht dies allerdings aus, wenn gezielt fremde Gene eingeschleust werden. Hier soll auch weiterhin streng geprüft werden. Grundsätzlich haben Studien bisher aber keine Hinweise auf eine Gefährdung durch gentechnisch veränderte Pflanzen ergeben. Auch eine invasive Ausbreitung ließ sich nicht beobachten.


Via: Welt

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