Adidas hat seinen Sitz zwar im fränkischen Herzogenaurach. Der allergrößte Teil der Schuhproduktion findet allerdings in Asien statt. Weil Sportschuhe in der Regel noch von Hand zusammengeklebt werden, spielen die Lohnkosten bei der Entscheidung, wo produziert werden soll, die entscheidende Rolle. Umso interessierter reagierte die Öffentlichkeit, als Adidas vor drei Jahren eine neue Fabrik im fränkischen Ansbach eröffnete. Der Clou: Die Fertigung der Schuhe dort erfolgte hoch automatisiert. Durch den Einsatz von Robotern sollte die Zahl der Mitarbeiter so weit sinken, dass die Lohnkosten keine große Rolle mehr spielen. Stattdessen wollte der Konzern von niedrigeren Logistik- und Lagerkosten profitieren. Dieser Plan ging allerdings offensichtlich nicht auf.


Der Einsatz in Asien ist „flexibler und ökonomischer“

Denn Adidas gab nun bekannt, die beiden sogenannten Speedfactories in Deutschland und den Vereinigten Staaten spätestens im April nächsten Jahres zu schließen. Die dort genutzte Technologie zur maschinellen Schuhproduktion wird allerdings nicht verschrottet. Stattdessen werden zwei Zulieferer in Asien die vorhandene Technik zukünftig nutzen – und zwar nicht nur für Laufschuhe, sondern für eine deutlich breitere Produktpalette. Dadurch könnte die Technologie dort „flexibler und ökonomischer“ eingesetzt werden, so Adidas-Manager Martin Shankland. Im Umkehrschluss dürfte dies allerdings auch bedeuten, dass die Produktion hierzulande trotz des hohen Automatisierungsgrads nicht wirtschaftlich war. Das sogenannte „adiLab“, in dem neue Produktionsprozesse entwickelt und getestet werden, verbleibt hingegen in Deutschland.


Ursprünglich sollte ein globales Netzwerk entstehen

Für den Konzern stellt diese Entwicklung dennoch einen schweren Rückschlag dar. Denn ursprünglich war sogar ein weltweites Netz von Speedfactories geplant. Damit hätte Adidas sich von den immer zahlreicher werdenden Konkurrenzunternehmen abheben können. Doch diese Pläne wurden nun offiziell beerdigt. Für das Klima und die Umwelt ist dies keine besonders gute Nachricht. Denn die automatisierten Fabriken haben auch dafür gesorgt, dass zumindest ein Teil der hier verkauften Sportschuhe nicht erst mit dem Containerschiff nach Europa gebracht werden musste. Entwickelt wurden die Speedfactories einst in Kooperation mit dem Unternehmen Oechsler, das sich unter anderem auf die Kunststoffverarbeitung spezialisiert hat. Diese Zusammenarbeit soll auch weiterhin fortgeführt werden, sodass die gewonnene Expertise nicht ganz verloren geht.

Via: Kurier

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